Punkt 10 Uhr machten sich die Techniker in der Revaler ans Werk. Bei allen 17 Laternen vor dem RAW-Gelände mit seinen Bars und Clubs werden die DDR-Leuchten von den Mästen montiert, durch neue Metalldampflampen ersetzt. Kosten: 12?000 Euro. „Die neuen Laternen bringen nicht nur mehr Licht ins Viertel, durch den Plexiglas-Aufbau sind sie schwer zerstörbarer als die alten Glasaufbauten“, sagt Geisel.
Die DDR-Leuchten sollen eh weg, nur nicht so schnell. 15?000 Stück gibt es in Berlin, der Senat will sie nach und nach austauschen. Doch nun wurde die Revaler Straße plötzlich blitzschnell im Programm vorgezogen, weil im Scheine der matten DDR-Leuchten das Verbrechen im RAW-Party-Kiez durch Taschendiebe und Drogen-Dealer aufblühte.
Trauriger Höhepunkt war die Messerattacke auf einen Freund der „Jennifer Rostock“-Sängerin Jennifer Weist. „Wir können die Kriminalität im Kiez nicht akzeptieren. Die deutlich helleren Laternen sind ein erster Schritt für mehr Sicherheit, dass Kriminelle verschwinden“, sagt Geisel. Er kündigte ein Konzept an, das mit dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg erarbeitet werden soll.
Möglich wäre ein Quartiermanagement mit mehr Polizei und Sozialarbeitern vor Ort. Nicht nur fürs RAW, auch für den Görlitzer Park. Geisel: „Unsere Verwaltung wird den Bezirk mit sechsstelligen Summen finanziell unterstützen.“ SPD-Abgeordneter Sven Heinemann hat einen Runden Tisch mit Polizei, RAW-Eigentümer und BSR einberufen. Er hält sogar eine zeitweilige Waffenverbotszone rings für möglich, wie die CDU es forderte: „Es lohnt sich, auch darüber zu sprechen.“
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