Berlin - Der Ku-Klux-Klan in Deutschland, gegründet vom Berliner Peter Becker (58). Bislang war der Ableger der US-Rassisten streng geheim. Über die Existenz des Geheimbundes wurde nur gemunkelt. Bis der KURIER jetzt die dunklen Machenschaften exklusiv enthüllte. Auch die sonst streng geheime Hass-Bibel des Berliner Ku-Klux-Klans und Dokumente, mit denen er Jugendliche ködert, liegen dem KURIER vor.
Und dieser sogenannte „Kloran“ des „European White Knights Of The Burning Cross“ (deutsch: „Europäische weiße Ritter des brennenden Kreuzes“, EWKotBC) ist eine gefährliche Niederschrift. Hier finden sich unverhohlener Rassismus, verklausulierte Aufforderungen zu Gewalttaten bis hin zu bizarr-abstrusen Forderungen. Unter anderem heißt es in der in Deutsch und Englisch verfassten 99-seitigen Schrift: „Wir sind nicht das Land der Juden, Nigger, Kommunisten, Moslems, Rotfaschisten, Asiaten.“ Ultrarechtes Gedankengut. Und weiter: „Wir glauben, dass die Blutbahnen eines Deutschen mit reinem, nicht-verseuchten Blut gefüllt sein müssen und dass einer Rassenverschmutzung durch Mischlinge Einhalt geboten werden muss.“
Und auch vor Gewalt scheint der deutsche Ku-Klux-Klan nicht zurückzuschrecken. In internen Dokumenten heißt es: „Auge um Auge , Zahn um Zahn. Wir sind das weiße Volk Gottes.“ Der Reinickendorfer Peter Becker, der den Ableger 2007 gründete, stand bereits wegen Volksverhetzung, Verwendens von Kennzeichen und Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen vor dem Amtsgericht Tiergarten. Noch läuft der Prozess, doch nach den Enthüllungen wird die Staatsanwaltschaft wohl neu ermitteln. Nach der Verhandlung schrieb Becker voller Hass an seine Gefolgsleute: „Rotfront verrecke. Glaubt mir, irgendwann hängen nicht nur Plakate an den Laternen.“ Der Staatsschutz wollte sich auf KURIER-Nachfrage nicht äußern.
Auch Nachwuchs ist dem Klan wichtig: Der „EWKotBC“ versucht, einen Jugendkorps aufzubauen. Für 13- bis 17-jährige Weiße, „die von der Liebe für ihre Kultur, ihre Art und Herkunft leben.“ Gefährliche Brandhetzer oder rechtsradikale Spinner? Wie abstrus der Klan denkt, zeigt der Urheber-Vermerk am Ende der Hass-Bibel. „Dieses Buch ist ein klassifiziertes Dokument und ist immer mit der höchstmöglichen Sicherheit zu bewachen. Es ist an einem sicheren Platz zu lagern wo weder ein Mensch noch ein Alien ein Auge darauf werfen können“...
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