Rafal Gikiewicz rüttelt Union wach

„Das geht so nicht! Das ist frustrierend!“

Nach dem 0:2 in Leverkusen legt der Polen-Keeper den Finger in die Wunde

Mathias Bunkus
Lesezeit 2 Min
Nie um klare Worte verlegen: Union-Keeper Rafal Gikiewicz.

Nie um klare Worte verlegen: Union-Keeper Rafal Gikiewicz.

© Bernd König

Gikiewicz will sich mit Macht gegen den Trend stemmen nach zuletzt zwei vermeidbaren Niederlagen in Folge. Einmal in Fahrt legte er die Finger tief in die Wunde. „Wir machen nur zwei Fouls in der ersten Halbzeit. Wenn du in der Liga bleiben willst, gehst das so nicht“, kritisierte er mangelnde Leidenschaft und fehlende Entschlossenheit. Man dürfe sich nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen lassen.

Die Daten unterstützen die Kritik des Polen. 115,52 Kilometer Laufleistung gegen 120,09 bei den Hausherren. 4:20 Torschüsse, 95:78 Fehlpässe und nur 33 Prozent Ballbesitz – zu wenig. Von allem!

Gikiewicz: „Wir laufen nur hinterher“

„Wir gewinnen keine Zweikämpfe, wir laufen nur hinterher. Fünf, sechs Minuten – das kostet Kraft. Langsam wird es frustrierend“, gibt der 31-Jährige unumwunden zu. „Das ist Kopfsache. Wenn wir mit der Mentalität wie gegen Dortmund gespielt hätten, dann hätten wir nicht verloren. Wenn du nicht richtig konzentrierst bist und nicht von der ersten Minuten an richtig auf dem Platz bist, dann verlierst du solche Spiele.“

Bessere Mannschaften würden zwar auch Fehler machen, aber „wir bekommen zu einfache Gegentore. Gegen Bremen auch nach Standards“, erschreckt ihn eine Schwäche, die bei den Eisernen in der Vorsaison eher unbekannt war. Zu einfache Gegentore bringen Gikiewicz zum Brodeln.

Enttäuscht: Die Union-Profis hatten an der Auswärtspleite bei Bayer zu knabbern.

Enttäuscht: Die Union-Profis hatten an der Auswärtspleite bei Bayer zu knabbern.

© imago images/Contrast

„Wir stehen zu tief und gehen nicht richtig drauf auf den Ball, wollen ihn nicht blockieren. Wir warten eher ab und dann schießt der Gegner einfach nur. Dann werden die Bälle auch noch abgefälscht. Das ist einfach nur frustrierend“, so der Torwart.

Dennoch appelliert er an die Kollegen, nicht die Köpfe hängen zu lassen. Stichwort: Frustrationstoleranz. „Das ist das Lieblingswort von Freiburg-Trainer Christian Streich. Wir müssen das aushalten und weiter arbeiten, uns nicht runterziehen lassen. Die Fehler erkennen und abstellen. Freitag müssen wir wieder kämpfen.“

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