Räuber mit Postboten-Trick

Wenn das Böse dreimal klingelt

Komplizen warteten schon hinter der Ecke.

Kerstin Rebien
Lesezeit 2 Min
Ein als Postbote verkleideter Mann war der Lockvogel für das Räuber-Quartett.

Ein als Postbote verkleideter Mann war der Lockvogel für das Räuber-Quartett.

© imago/Gottfried Czepluch

Das Quartett kam aus der U-Haft in den Saal: Sandra M. (20), Steven W. (19), Marlon S. (22) und Yasin D. (21). Von der hübschen Blondine kam der Tipp. Yasin D., ihr Ex: „Sie sagte, dass dort richtig viel Geld zu holen ist, an die 20 000 Euro.“ Steven W. zog sich eine gelbe Postjacke an: „Ich klingelte, bis eine Frau die Tür öffnete.“

Es geht um eine Wohnung im 15. Stock eines Hochhauses in Steglitz. Zwei Zimmer, in den Edith und Paul C. (Namen der Opfer geändert) bescheiden leben, vorübergehend mit ihrem Enkel Max (31). Er hatte nach dem Tod seines Vaters geerbt, das Geld bei Oma deponiert: 14000 Euro in einem Pokal.

Doch dann trat Sandra M. mit Sex-Appeal in das Leben des Enkels: Über das Internet kam der Kontakt zustande. Sex gegen Geld. Zweimal trafen sie sich, als Oma und Opa schon schliefen. Max F.: „Blöderweise habe ich sie einmal mit Geld aus dem Pokal bezahlt.“

Yasin D. gab den Tipp an Marlon S. weiter, den er von der Ausbildung auf einer Tankstelle kennt. Steven W. als Kumpel von D. gilt als erfahren bei Überfällen. Es war 13 Uhr, als die Potsdamer am 28. Januar zuschlugen. Der Postmann-Trick. Der bullige W. hatte sich getarnt. Sein Geständnis: „Mehrmals musste ich klingeln. Als eine alte Frau öffnete, war ich aber schockiert.“

Er habe mit einem jüngeren Mann gerechnet. Die Komplizen standen hinter der Ecke. W.: „Yasin ist an mir vorbei, fixierte die Frau auf dem Boden.“ W. nahm Kabelbinder, fesselte die Opfer. Über den Kopf von Edith C. wurde noch ein T-Shirt gelegt. Die Räuber plünderten den Pokal und überließen ihre Opfer dem Schicksal. Mühsam bewegte sich der gehbehinderten Paul C., holte Hilfe. Bis heute ist das Paar traumatisiert. Fortsetzung: Mittwoch.  

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