Ein Radler fährt bei Rot, flieht vor einem Motorradpolizisten und stößt dann gegen einen Baum: Fast drei Monate nach einem schweren Radunfall in Berlin-Kreuzberg wird wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amt gegen den Polizisten ermittelt. Seit Dienstag sei das Verfahren bei der Staatsanwaltschaft Berlin anhängig, teilte eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde am Mittwoch auf Anfrage mit.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand müsse davon ausgegangen werden, „dass es zwischen dem Motorrad des Beschuldigten und dem Fahrrad des Verunfallten zu einer Berührung gekommen sein muss, worauf es zum Sturz des Radfahrers kam“, so die Sprecherin weiter. Alles Weitere zum Unfallhergang sei nun Gegenstand der Ermittlungen.
Darstellung der Polizei widerspricht Erkenntnissen
Die Erkenntnisse stehen im Widerspruch zu Angaben der Polizei nach dem Vorfall vom 9. April. Diese hatte einen „Alleinunfall“ eines 29-jährigen Radfahrers gemeldet.
Der Mann sei bei seiner Flucht auf einem Gehweg an der Kreuzbergstraße „ohne erkennbare Fremdeinwirkung“ gegen den Straßenbaum geprallt. Er wurde demnach schwer am Kopf verletzt. Der Motorradpolizist sei dem 29-Jährigen „auf der Fahrbahn“ gefolgt, betonte die Polizei.
Ein angeblicher Zeuge bestritt diese Darstellung öffentlich. Der Motorradpolizist sei dem Radfahrer auf dem Gehweg gefolgt und habe versucht, ihn abzudrängen. Vor dem Sturz hätten sich die beiden berührt. Daraufhin leitete die Polizei interne Ermittlungen ein. Der aktuelle Gesundheitszustand des Radfahrers war der Staatsanwaltschaft nicht bekannt. (dpa)
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