BERUFSBEKLEIDUNG

Qualitätscheck: Mit diesen 5 Schritten prüfen Sie Arbeitskleidung

Viele Unternehmen kennen das Problem: Die neue Arbeitshose sieht solide aus, aber bereits nach kurzer Zeit ist sie gerissen oder passt nach dem Waschen nicht mehr.

Therese Kantner
Lesezeit 4 Min
Berufsbekleidung muss besonderen Bedingungen Stand halten.

Berufsbekleidung muss besonderen Bedingungen Stand halten.

© Алексей Васильев / Pexels

Wer weiß, worauf er achten muss, kann viele Schwachstellen und potenzielle Probleme bereits vor der Bestellung erkennen und teure Fehlkäufe vermeiden. Die folgende Anleitung zeigt in sechs Schritten, wie Sie anhand eines Musterstücks mögliche Schwachstellen erkennen und die am besten geeignete Arbeitskleidung auswählen.

Zuerst die KO-Kriterien prüfen

Die Auswahl von Arbeitskleidung beginnt mit der Frage, ob diese grundsätzlich für den vorgesehenen Einsatz geeignet ist. Die Prüfung sollte daher zuerst die Anforderungen umfassen, bei deren Nichterfüllung ein Produkt von vornherein ausscheidet.

Wenn die erforderliche Schutzklasse fehlt, kommt ein Kleidungsstück nicht infrage.

Auch wenn die Kleidung nicht zur übrigen Schutzausrüstung passt, wenn wichtige Größen nicht erhältlich sind oder wenn Kleidungsstücke nicht für das vorgesehene Waschverfahren geeignet sind, muss eine Prüfung weiterer Merkmale gar nicht erst erfolgen.

Bei Nähten und Säumen genau hinschauen

Eine saubere Naht hat ein gleichmäßiges Stichbild, eine konstante Fadenspannung und weder Fehlstiche noch lose Enden. Für robuste Webstoffe gelten drei bis fünf Stiche pro Zentimeter als Orientierung. Sehr viele Stiche sind nicht automatisch besser.

Bei mehr als sieben Stichen pro Zentimeter kann der Stoff je nach Material durch die enge Perforation geschwächt werden.

Prüfen Sie besonders Tascheneingriffe, Gürtelschlaufen, Schrittnaht und Kniebereiche. Solche Belastungspunkte werden häufig mit kurzen, sehr dichten Riegelnähten verstärkt. Auch Säume sollten gleichmäßig und faltenfrei sein, damit sie sich nach der Wäsche nicht aufrollen oder verdrehen.

Testen Sie Reißverschlüsse, Knöpfe und Taschen

Ziehen Sie jeden Reißverschluss mehrmals auf und zu und beobachten Sie dabei, ob er leichtgängig läuft, gleichmäßig eingenäht ist und am unteren Ende nicht unter punktueller Spannung steht. Berücksichtigt werden sollten außerdem Beständigkeit gegen Waschchemie und Trocknung, Korrosionsschutz und Reparierbarkeit.

Ein Markenname allein ersetzt die Prüfung nicht.

Alle Knöpfe müssen fest sitzen. Testen Sie außerdem sowohl im Stehen und Sitzen als auch auf Knien, ob die Taschen gut erreichbar, tief genug und passend für die regelmäßig mitgeführten Gegenstände dimensioniert sind.

Machen Sie mehr als den Spiegeltest

Arbeitskleidung muss nicht nur beim Stehen vor dem Spiegel gut sitzen. Bewegen Sie sich darin und testen Sie intensiv, ob die Kleidung auch beim Bücken, Strecken und in der Hocke bequem ist. Kleidung darf nicht so eng sein, dass sie drückt und nicht so weit sein, dass sie verrutscht oder an Maschinen hängenbleiben kann.

Vorgeformte Aktionsfalten und Stretchzonen müssen sich stets an der richtigen Stelle befinden.

Wenn für ein ganzes Team bestellt wird, gilt es unterschiedliche Körperformen und Körpergrößen zu berücksichtigen. Die Experten für Berufsbekleidung von Bierbaum-Proenen (BP) empfehlen vorab die Erstellung einer Größenmatrix mit Kurz-, Normal- und Langgrößen. Damenschnitte sollten außerdem nicht einfach verkleinerte Herrenmodelle sein, sondern an Schultern, Taille und Hüfte anatomisch passend geschnitten sein.

Siegel nicht mit einem Gesamturteil verwechseln

Nach OEKO-TEX STANDARD 100 zertifizierte Produkte wurden auf mehr als 1.000 potenziell schädliche Substanzen untersucht. Dass die vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden, ersetzt daher nicht die Prüfung weiterer Qualitätsmerkmale.

Erst das Zusammenspiel der Merkmale ergibt ein brauchbares Bild.

Fordern Sie vor einer größeren Bestellung Muster an, machen Sie Bewegungs- und Verschlusstests und führen Sie eine Probewäsche durch. So können Sie rechtzeitig erkennen, wenn ein Kleidungsstück ungeeignet ist und einen Fehlkauf vermeiden.

Die Recherche und Erstellung des Beitrags wurden durch eine externe Redakteurin vorgenommen und stammt nicht aus der eigenen Redaktion.

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