Die Punica-Oase trocknet endgültig aus. Kaum hatte die Kultmarke vor zwei Jahren ihr viel beachtetes Comeback gefeiert, ist jetzt schon wieder Schluss. Der Hamburger Getränkevermarkter Columbus Drinks stellt den Vertrieb ein. In den Supermärkten werden nur noch Restbestände verkauft. Danach verschwindet Punica erneut aus den Regalen. Dieses Mal wohl endgültig.
Punica feierte 2024 unerwartetes Comeback
Für viele Deutsche ist Punica weit mehr als nur ein Fruchtsaftgetränk. Die Marke gehörte in den 80er- und vor allem in den 90er-Jahren fest zum Familienalltag. Kinder liebten die bunte Werbung rund um die legendäre Punica-Oase, Eltern packten die Flaschen in den Einkaufswagen.
Zeitweise setzte die Marke rund 200 Millionen Liter pro Jahr ab und war aus deutschen Haushalten kaum wegzudenken. Doch die goldenen Zeiten liegen lange zurück. Nach mehreren Eigentümerwechseln wurde die Produktion bereits 2022 eingestellt. Umso größer war die Überraschung, als Punica 2024 plötzlich zurückkehrte.
Mit den Sorten Melon Tropic, Fruchtig Rot und Multivitamin wollte die Marke an frühere Erfolge anknüpfen. Die Strategie war klar: Nostalgie verkaufen. Die Generation, die mit Punica aufgewachsen ist, sollte wieder zugreifen.
Punica war einst ein absolutes Kultgetränk.
© Claus Bergmann/Imago
An Aufmerksamkeit mangelte es nicht. Das Comeback sorgte bundesweit für Schlagzeilen, soziale Netzwerke füllten sich mit Erinnerungen an Kindergeburtstage und Freibadbesuche. Die Erwartungen waren entsprechend hoch. Columbus Drinks sprach sogar von einem mittelfristigen Ziel von bis zu 50 Millionen Litern Absatz.
Die Realität sah allerdings ernüchternd aus. Im Jahr des Neustarts wurden laut Branchenberichten lediglich rund eine Million Liter verkauft. Damit blieb Punica meilenweit hinter den eigenen Zielen zurück. Schon Anfang 2025 war klar, dass die Marke deutlich schwächer lief als erhofft.
Columbus-Geschäftsführer Jörg Harders machte gegenüber der Lebensmittel Zeitung deutlich, woran das Projekt letztlich scheiterte: „Der Endkunde hat durch sein Kaufverhalten dem Handel den Grad seines Interesses signalisiert und der Handel hat daraufhin entschieden.“
Jetzt werden nur noch die letzten Flaschen in einzelnen Märkten verkauft. Welche Supermärkte noch Restbestände haben, ist unklar. Fest steht aber: Die Produktion ist bereits gestoppt worden. Teilweise sollen verbliebene Roh- und Verpackungsmaterialien sogar entsorgt werden.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com