Monatlich sinkt der Pegel um etwa zwei Zentimeter. Im Strandbad ist der Rückgang deutlich zu sehen. Im Nichtschwimmerbereich ist kaum noch Wasser. „Etwa 45 Zentimeter ist es hoch. Normal sind 85 Zentimeter“, sagt Pächter Andreas Schüller. Auch an anderen Uferzonen des Sees sieht man mehr Sand als Wasser.
Noch vor Jahren hatte der Weiße See eine maximale Tiefe von 10,64 Metern. 2014 waren es dann nur noch 9,50 Meter. „Inzwischen sind es etwa acht Meter“, sagt Tibor Bogun von den Parkfreunden Weißensee. Und der Vereinschef weiß auch warum. „Schuld ist eine defekte Pumpe, die nicht instand gesetzt wird.“
Es verdunstet zu viel Wasser
Der Weiße See hat keinen natürlichen Zufluss, er ist ein Standgewässer. Es muss von woanders Wasser her, damit der Pegel gehalten werden kann. Etwa durch Regen. Doch der fiel in Berlin nicht nur in den Hitzemonaten von 2018, sondern auch in diesem Jahr zu wenig. Insgesamt ist die Stadt durch den Klimawandel zu trocken. Laut Wetterstatistik fallen pro Jahr im Schnitt 580 Liter Regen pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Im wärmeren Barcelona sind es 630 Liter. Die Folge: Durch die Trockenheit verdunstet im Weißen See mehr Wasser als zuregnet.
Der Weiße See ist 8,3 Hektar groß und hat keinen natürlichen Wasser-Zufluss.
© TP / Thomas Uhlemann
Darum soll eine Pumpe aus 45 Metern Tiefe Grundwasser zusätzlich in den Weißen See bringen. „Doch diese ist in die Jahre gekommen, bringt zu wenig Wasser, arbeitet nur mit 20 Prozent Leistung“, sagt Parkfreunde-Chef Tibor Bogun.
Senat hilft mit 100.000 Euro
Das Problem ist dem Bezirk Pankow bekannt. 50.000 Euro würden eine neue Pumpe und ein Brunnenneubau kosten. Das Geld hatte man bisher nicht zur Verfügung, bat daher den Senat um Hilfe. Dies wurde erhört. „Der Senat gab die Zusage für 100.000 Euro“, teilte das Büro von Baustadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) mit. Noch in diesem Jahr soll der See die neue Pumpe bekommen.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com