Die Einwohner sind entsetzt. Bloß nicht der schon wieder! Doch Ortsvorsteherin Hilde Peltzer-Blase ist sich ganz sicher. Sie hat Ronny im Garten bereits gesichtet. „Er war es. Er hat sich überhaupt nicht verändert“, sagt sie.
Die Worte der Ortschefin lassen nichts Gutes ahnen. Scheinbar müssen die Glambecker nun wieder mit dem Schlimmsten rechnen. Jede Hoffnung, dass Ronny dieses Jahr das Dorf verschont, ist zunichte.
Denn Ronny ist scheinbar ein garstiger Storch. Monatelang hackte er vergangenes Jahr auf dem Dorf herum. Vor allem auf sein Spiegelbild, dass er in Fenster- und Autoscheiben erblickte. Sogar dunkle Autodächer verschonte Ronny nicht, wenn er dort sein Antlitz sah.
Aus Furcht vor Attacken parkten viele Glambecker ihr Fahrzeug nur noch in Garagen. Wer keine hatte, fand auf seinem Auto tiefe Kratzer im Lack. Um ihre Fensterscheiben vor Ronnys Schnabel-Gehacke zu schützen, hängten damals die Bewohner weiße Bettlaken davor. Diese können sie nun wieder herausholen.
Naturschützer vermuten hinter Ronnys Randale übertriebenes Balzgehabe. Seine Hack-Attacken im Dorf sorgten dafür, dass der Storch ein Medien-Star wurde. Journalisten-Teams kamen angereist, um über den verrückten Randale-Vogel zu berichten – weltweit. Jeder Einwohner in Glambeck hofft nun, dass es ganz, ganz schnell Herbst wird. Denn dann macht erfahrungsgemäß Ronny den Abflug. Und im Dorf herrscht wieder Ruhe.
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