Am 20. Januar 2015 betrat Amtstierarzt Franz M. zusammen mit zwei Kolleginnen den Hof in Klein Behnitz bei Nauen. Zeitgleich fuhr ein Viehtransporter bei Wilfried Z. vor, der 25 seiner insgesamt 30 Kühe abtransportieren sollte. Grund: Bereits ein halbes Jahr zuvor hatte der 72-Jährige Auflagen erhalten, seinen Rinderbestand zu reduzieren, weil er nach einem Nierenschaden mit der Haltung überfordert war.
Doch, weil der alleinstehende Bauer es für ungerecht hielt, dass das Veterinäramt seine über alles geliebten Tiere einkassieren wollte, soll er wutentbrannt mit einer doppelläufigen Schrotflinte das Feuer eröffnet haben. Dabei soll er den dreifachen Familienvater Franz M. getötet haben.
Neue Details aus der Anklageschrift machen den Fall noch brisanter: Denn aus den Akten geht hervor, dass Wilfried Z. auch auf eine der Kolleginnen von Franz M. zielte und abdrückte. Doch wie durch ein Wunder kam es zu einem technischen Defekt und der Schuss löste nicht aus.
Ab morgen, 9.30 Uhr, muss sich der 72-jährige Bauer nun wegen Totschlags, versuchten Totschlag und unerlaubtes Führen einer Schusswaffe Landgericht Potsdam verantworten. Sein Anwalt kündigte bereits an: „Mein Mandant wollte nie einen Menschen umbringen“. In seiner „subjektiven Wahrnehmung“ habe Wilfried Z. auf scheinbares Unrecht reagiert. Urteil: Ende September.
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