Schwere Kindesmisshandlung

Hat Angelo S. seine Tochter totgeprügelt?

Emily aus Eberswalde wurde nur drei Jahre alt. Ihr Vater steht nun vor Gericht.

Katrin Bischoff
Lesezeit 2 Min
Der Angeklagte soll seine Tochter misshandelt und verletzt haben.

Der Angeklagte soll seine Tochter misshandelt und verletzt haben.

© dpa

Angelo S. wird an diesem Freitagmorgen in Handschellen aus der Untersuchungshaft in das Landgericht Frankfurt (Oder) gebracht. Er trägt ein graues Kapuzenshirt, silberne Ringe an den Fingern, Piercings im Ohr. Er hat sich einen Bart am Kinn stehen lassen.

Die Anklage wirft ihm mehrfache Misshandlung von Schutzbefohlenen, vorsätzliche Körperverletzung und Nötigung vor. Da Emily zum Zeitpunkt der Anklageerhebung noch lebte, ist von deren Tod in der Anklage erst einmal keine Rede.

Verteidiger will Aussetzung des Verfahrens

Doch der Prozess gegen den Kindsvater ist schnell wieder vorbei, weil der neue Pflichtverteidiger Alrik Kohrs mehr Vorbereitungszeit einfordert. Und auch das Ergebnis der Obduktion der Kindsleiche will Kohrs abwarten. Es soll Klarheit schaffen, ob der Tod des Mädchens mit den ihr zu Lebzeiten zugefügten Verletzungen in Zusammenhang steht. Dann müsste die Anklage erweitert werden. Kohrs will die Aussetzung des Verfahrens.

Zwar wird die Anklage noch nicht verlesen. Doch bekannt ist, dass Angelo S. zwischen August und Oktober des vorigen Jahres seine damals zweijährige Tochter mehrfach geschlagen, anderweitig misshandelt und verletzt haben soll. Trotzdem sei der 28-Jährige mit Emily nicht zum Arzt gegangen. Weil er sich, so teilte es das Gericht mit, „in emotionaler Hinsicht soweit von dem Kind distanziert hatte, dass er es nicht mehr als Familienmitglied“ gesehen habe.

Emilys blutende Kopfwunde kümmerte S. offenbar nicht

Am 6. Oktober stürzte Emily vor den Augen ihres Vaters eine Treppe hinunter und zog sich eine blutende Kopfwunde zu. Doch auch das kümmerte Angelo S. offenbar nicht. Erst nachdem das Kind am 10. Oktober kollabierte, rief der Angeklagte einen Notarzt. Im Krankenhaus wurden bei dem tief-bewusstlosen Mädchen erhebliche Kopfverletzungen festgestellt. Vor kurzem ist es gestorben.

Ob das Verfahren ausgesetzt wird, will das Gericht am nächsten Verhandlungstag klären. Emilys Mutter ist in dem Prozess Nebenklägerin.

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