Unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen hat in Berlin der Prozess gegen vier mutmaßliche Unterstützer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) begonnen. Die Angeklagten sollen sich in der inzwischen verbotenen Berliner Moschee Fussilet 33 radikalisiert und Ende 2016 ihre Ausreise nach Syrien vorbereitet haben. Sie hätten dort den IS als Kämpfer unterstützen wollen. Nach Verlesung der Anklage am Donnerstag vor dem Berliner Kammergericht verweigerten die Männer die Aussage.
Auch der Attentäter vom Breitscheidplatz, Anis Amri, besuchte die Fussilet Moschee regelmäßig. Bei dem Anschlag mit einem Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche im Dezember 2016 wurden zwölf Menschen getötet. Eine Verbindung der vier Angeklagten zu Amri bestehe nicht, erklärten Verteidiger am Rande des Prozesses.
Ein der Angeklagten mutmaßlichen IS-Unterstützer vor Gericht.
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Kontakt zu Amri?
Anders sehen das die Behörden: Der angeklagte 22-jährige Deutsch-Marokkaner Soufiane A., der sich den Kampfnamen Abu Dharr gegeben hat, war nach Erkenntnissen des Staatsschutzes eine Kontaktperson von Amri und ist tief in der Salafistenszene verankert. Der Staatsschutz ging in einem Observationsantrag davon aus, dass Abu Dharr „das Gefahrenpotenzial des Beschuldigten Amri“ fördere. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise soll Abu Dharr zudem versucht haben, an der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber an der Moabiter Turmstraße Flüchtlinge zu rekrutieren. Er wurde damals des Geländes verwiesen.
15.02.2018 Berlin: Einer Angeklagten mutmaßlichen IS-Unterstützer verdeckt im Prozess seine Gesicht.
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Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagten – ein Deutsch-Marokkaner, zwei Türken und ein Deutscher – sowie zwei gesondert Verfolgte in zwei Gruppen und auf verschiedenen Routen nach Syrien gelangen wollten. Zwei 22- und 25-Jährige sollen zuvor mit betrügerisch erlangten Darlehen hochwertige Handys erworben und weiterverkauft haben, um die Ausreise zu finanzieren. Die Reisen der Angeklagten seien misslungen. (red./dpa)
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