Prozess gegen Islamist

Sechs Jahre Knast für den Berliner Terrorhelfer Fatih K.

Obwohl er bereits als Terrorhelfer in Haft saß, reiste Fatih K. (36) aus Berlin-Kreuzberg nach Syrien. Er schloss sich einer Terrorgruppe an und war bereit zu kämpfen, stand für die Richter fest.

Kerstin Rebien
Lesezeit 2 Min
Fatih K. war in Syrien bei einer Dschihadisten-Miliz an der Kalschnikow ausgebildet worden. Er war auch bereit für die Terroristen zu kämpfen.

Fatih K. war in Syrien bei einer Dschihadisten-Miliz an der Kalschnikow ausgebildet worden. Er war auch bereit für die Terroristen zu kämpfen.

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Der Richter: „Er erhielt ein Sturmgewehr Kalaschnikow AK 47, wurde daran ausgebildet und war bereit, sich an Kämpfen zu beteiligen.“ K. war im Sommer 2013 in Syrien für mehrere Wochen bei bei der gefährlichen „Junud Al-Sham“. Der Syrien-Rückkehrer wurde der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland schuldig gesprochen.

Der Dschihadist saß hinter Panzerglas. Wallehaar, Vollbart. Er blieb sitzen, als das Urteil verkündet wurde. Ein Zeichen der Missachtung. Ein Lächeln für seine Frau Melanie, zum Islam konvertiert. Sonst abfällige Blicke. Der Richter: „Er war und ist intensiv in der islamistischen Szene in Berlin verwurzelt.“

Bis vor elf Jahren nahm es der Mann mit türkischen und syrischen Wurzeln mit der Religion nicht so genau. Die Eltern, gläubige Muslime, ließen ihm viele Freiheiten. Er hing oft auf der Straße ab, fand Breakdance toll, trank Alkohol und kiffte.

Er heiratete zwar 1999 und wurde Vater, zog aber weiter um die Häuser. Bis ihn seine Frau 2004 mit zu einem religiösen Theaterstück schleppte. Der Richter: „Danach beschloss er, ein guter Moslem zu werden.“

Radikal dann ab 2008. Er lernte Gleichgesinnte kennen. Wie den Berliner Ex-Rapper Denis „Deso Dogg“ Cuspert (39) – der ist inzwischen der wohl bekanntester deutscher IS-Dschihadist.

Fatih K., der meist von Stütze lebte, wurde Terrorhelfer. Er schickte 2000 Euro an „Gotteskrieger“. 2011 heuchelte er vor Gericht Reue, bekam milde 22 Monate Knast. Neun Monate nach der Verbüßung reiste er nach Syrien. Als „Gotteskrieger“. Der Richter: „Er schreckte nicht davor zurück, seine Kinder mit ins Kriegsgebiet zu nehmen.“

Mit der Kalaschnikow über der Schulter drehte er in Syrien Hass-Videos. Hetz-Tiraden von Cuspert , über getötete syrische Soldaten. Richter: „Zur direkten Teilnahme an Feuergefechten kam es aber nicht.“ Fatih K., siebenfacher Vater, gestand in dem achtmonatigen Prozess. KE.

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