Prozess gegen diebische Reinigungskräfte

Diese Putzen waren nicht ganz sauber

Sie staubten bei einem Rentner ab, nun sitzen sie vor Gericht.

Kerstin Rebien
Lesezeit 2 Min
Die Putzen Marielene und Carine J. auf der Anklagebank.

Die Putzen Marielene und Carine J. auf der Anklagebank.

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Die Frauen stammen aus Brasilien, waren mal ganz dicke miteinander. Haushaltshilfe Marielene Sch. sorgte dafür, dass Carine J. ihre Nachfolgerin bei Rentner Dieter B. in Westend wurde. Das war im Oktober 2014. Im Dezember sollen die Putzfrauen dann beschlossen haben, bei Dieter B. gründlich abzustauben.

Die Anklage: „Sie verabredeten, ihn zu überfallen und ihm vor allem Geld aus seinem Tresor, aber auch ein wertvolle Uhr zu entwenden.“

Weil der Rentner sie sofort erkannt hätte, sollen sie sich Komplizen angeheuert haben: Darin H. (33) und Vensislav D. (31), zwei Bulgaren. Das Quartett kannte sich aus einem Weddinger Lokal.

Am 12. Januar im Büro in der Länderallee (Charlottenburg-Wilmersdorf). Dieter B., mit seinen 89 Jahren noch immer als Geschäftsmann aktiv, saß dort am Schreibtisch. Plötzlich tauchten Typen mit schwarzen Sturmhauben auf. Keine Worte, sofort Gewalt. „Er wurde vom Stuhl gerissen, auf den Boden gedrückt, mit einem Stoffballen geknebelt“, so die Anklage.

Gierig durchsuchten die Räuber die Taschen ihres Opfers. 80 Euro, EC-Karte, Krankenkassen-Ausweis fanden sie. Einer der Männer riss dem Rentner die goldene Uhr (Wert: 5000 Euro) vom Arm.

Die Gangster fesselten den alten Mann, wollten sich dann an den Safe zu Schaffen machen. Marielene Sch. soll den Schlüssel beschafft haben.

Doch Dieter B. zeigte es den Gangstern. Er konnte sich von den Fesseln lösen. Die Maskierten flohen. Zwei Wochen später sammelte die Polizei alle vier Angeklagten ein – enttarnt durch ihre Handys. Damals schoben sie sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Vor Gericht packen sie am Mittwoch aus. KE.

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