Fieses Machogehabe und das Niedermachen von Untergebenen soll sich in der in der Bundeswehr-Grundausbildung im westfälischen Ahlen abgespielt haben. Ein ehemaliger Gruppenführer der Westfalen-Kaserne muss sich deshalb vor Gericht verantworten.
Die Anklage wirft Christopher O. (30) Körperverletzung, Nötigung, Misshandlung und entwürdigende Behandlung von Untergebenen sowie Befehlsmissbrauch vor. Zum Prozessbeginn kündigte der frühere Gruppenführer einer Ausbildungskompanie der Bundeswehr über seinen Anwalt an, sich vorerst nicht zu den Vorwürfen zu äußern.
Ein erster Zeuge bestätigte Vorfälle einer internen Zugfeier außerhalb der Westfalenkaserne im November 2016. Dabei soll der Angeklagte in einem Vereinsheim eines Ahlener Sportvereins einen der Rekruten so unter Druck gesetzt haben, sich zu betrinken, dass dieser sich am Ende erbrach. Der Zeuge schilderte den Kameraden als nicht mehr zurechnungsfähig. Eine Soldatin soll der Ausbilder am selben Abend bedrängt, gegen ihren Willen übers Gesicht geleckt und gesagt haben: „Was ich angeleckt habe, ist meins.“ Einem anderen Untergebenen soll er Schläge angedroht haben, falls dieser sich weigere, eine Soldatin zu belästigen.
Die Vorfälle waren durch eine interne Meldung von Soldaten an den Kompaniechef bekanntgeworden. Ermittlungen gegen den inzwischen 30-Jährigen Unteroffizier wurden eingeleitet und Christopher O. von jeglicher Personalverantwortung entbunden. Außerdem wurde ihm das Tragen der Uniform verboten.
Der Prozess wird am 3. Juli mit weiteren Zeugen-Aussagen fortgesetzt. Sollte Christopher O. verurteilt werden, droht ihm eine Haftstrafe.
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