Sie sitzen seit einem Jahr vor Gericht: Mohamed Abou-C. (32) und Ibrahim El-M. (30), Momo und Ibo genannt. Abou-C. soll den spektakulären Coup angezettelt haben, El-M. heuerte laut Anklage vier junge Hitzköpfe an. Die stürmten am 6. März 2010 mit Gebrüll die Poker-Runde, flohen mit 242 000 Euro.
Die Jungräuber gestanden in ihrem Prozess, aber gegen die angeblichen Hintermänner ist es vorbei mit dem Zwitschern. Vedat S. (23) ging lieber in Beugehaft: Sechs Monate hatte er gestern rum. Mehr geht nicht. Grinsend ging S., der als Kronzeuge galt, aus dem Saal.
Jetzt wird um eine nächste Hürde „gepokert“: Verteidiger wollen auch andere Jungräuber als Zeugen hören. Der Richter hielt dagegen: „Aus Sicht des Gerichts sind die Umstände der Tat hinreichend aufgeklärt.“ Eine neue Flut von Verteidiger-Anträgen zeichnet sich ab.
Die Jungräuber Jihad C. (20), Ahmad El-A. (21) und Mustafa U. (21) haben wie Vedat S. bereits vor einem Jahr als Zeugen geschwiegen. Kurz zuvor hatten sie im ersten Poker-Prozess Strafen bis zu drei Jahren und neun Monaten kassiert. Die Urteile waren noch nicht rechtskräftig, sie durften schweigen. Jetzt wäre es anders. Der Streit im zweiten Poker-Prozess geht am 16. August weiter.
KE.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com