Nach sechs Monaten Beugehaft

Lässt Pokerräuber endlich die Hosen runter?

Poker um Poker-Räuber. Ein Gezerre um Aussagen. Schweigen mit Pokerface. Aber der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Drahtzieher des Poker-Überfalls tritt auf der Stelle.

BK
Lesezeit 2 Min
Pokerräuber Vedat S. (23) stand am Freitag wieder vor Gericht.

Pokerräuber Vedat S. (23) stand am Freitag wieder vor Gericht.

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Sie sitzen seit einem Jahr vor Gericht: Mohamed Abou-C. (32) und Ibrahim El-M. (30), Momo und Ibo genannt. Abou-C. soll den spektakulären Coup angezettelt haben, El-M. heuerte laut Anklage vier junge Hitzköpfe an. Die stürmten am 6. März 2010 mit Gebrüll die Poker-Runde, flohen mit 242 000 Euro.

Die Jungräuber gestanden in ihrem Prozess, aber gegen die angeblichen Hintermänner ist es vorbei mit dem Zwitschern. Vedat S. (23) ging lieber in Beugehaft: Sechs Monate hatte er gestern rum. Mehr geht nicht. Grinsend ging S., der als Kronzeuge galt, aus dem Saal.

Jetzt wird um eine nächste Hürde „gepokert“: Verteidiger wollen auch andere Jungräuber als Zeugen hören. Der Richter hielt dagegen: „Aus Sicht des Gerichts sind die Umstände der Tat hinreichend aufgeklärt.“ Eine neue Flut von Verteidiger-Anträgen zeichnet sich ab.

Die Jungräuber Jihad C. (20), Ahmad El-A. (21) und Mustafa U. (21) haben wie Vedat S. bereits vor einem Jahr als Zeugen geschwiegen. Kurz zuvor hatten sie im ersten Poker-Prozess Strafen bis zu drei Jahren und neun Monaten kassiert. Die Urteile waren noch nicht rechtskräftig, sie durften schweigen. Jetzt wäre es anders. Der Streit im zweiten Poker-Prozess geht am 16. August weiter.

KE.

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