Wer träumte nicht je davon, Immobilienmakler zu sein? Ein bisschen telefonieren, ein paar Interessenten durch Wohnungen scheuchen – und am Ende dicke Provisionen einstreichen, so das gängige Klischee.
Doch die Zeiten haben sich geändert, seit Politiker, vor allem aus der SPD, den Makler als Feindbild und Profiteur der Wohnungsnot ausgemacht haben.
Ein neues Gesetz, das die GroKo noch im ersten Halbjahr 2015 auf den Weg bringen will, soll das Berufsbild verändern: Künftig sollen nicht mehr nur die Mieter, sondern oft auch die Vermieter die Provisionen bezahlen. „Wer bestellt, bezahlt“, bringt Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) das Prinzip auf den Punkt. Bislang zahlen fast immer die Mieter die Courtage (üblicherweise das 2,38-Fache der Nettokaltmiete), selbst wenn der Makler vom Wohnungseigentümer beauftragt wurde.
In Maklerkreisen wird jetzt überlegt, wie das „Bestellerprinzip“ umgangen werden kann oder die Kosten letztlich doch vom Mieter kassiert werden können. Zum Beispiel, indem für vorhandene Einbauten – Küchen, Bäder, Teppichböden – ein unverhältnismäßig hoher Abstand verlangt wird.
Ein findiger Makler aus Hamburg gibt laut „Panorama“ seinen Kollegen den Tipp, nach geheimer Absprache mit dem Vermieter für eine Wohnung einen passenden Mieter zu suchen und sich dann von dem Wohnungssuchenden einen (courtage-pflichtigen) Suchauftrag erteilen zu lassen. Weil es dann so aussieht, als sei er „ausschließlich“ für diesen einzigen Wohnungssuchenden tätig geworden, könnte er die Courtage vom Mieter kassieren.
Gegen diesen Ausschließlichkeits-Passus wehren sich die 12000 deutschen Maklerbetriebe, die an der Vermittlung jeder dritten Mietwohnung beteiligt sind. STU
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