Profi-Liga drei, DDR-Oberliga ist dabei

FCM-Legende Achim Streich feiert Aufsteiger Magdeburg

Dynamo Dresden gegen Hansa Rostock. Oder Rot-Weiß Erfurt gegen Energie Cottbus. Auch Chemnitzer FC gegen Hallescher FC. Das schreit geradezu nach Derbys.

A. FRÖHLICH
Lesezeit 3 Min
Joachim Streich spannt sich vor Stolz ...

Joachim Streich spannt sich vor Stolz ...

© imago/Christian Schroedter Lizenz

Das ist ein Hammer! Ertönt am 24. Juli der Anpfiff in Deutschlands dritthöchster Spielklasse, sind acht Teams aus dem Osten dabei. 19 Meisterschaften haben sie zusammen errungen und 18 Pokalsiege. Nationalspieler haben sie in ihren Reihen gehabt, WM-Teilnehmer, Olympiasieger. Mehr Tradition hat nur, wer sein Geburtsdatum fälscht. Aber wer macht sich schon gern älter.

Endlich, endlich spielt auch der 1. FC Magdeburg, 1974 der einzige Europapokalsieger, den die DDR je hatte, eine Rolle. Nach dem Aufstieg gegen Offenbach (1:0/3:1) hängt auch für Joachim Streich (64) der Himmel voller Geigen. „Hier ist der Teufel los“, sagt der DDR-Rekordinternationale mit 102 Länderspielen, „die Mannschaft wurde auf jenem Balkon gefeiert, auf dem einst die Helden von 1974 standen. In der Stadt ist eine Euphorie entbrannt, als wäre der 1. FCM Meister oder Pokalsieger geworden.“ Dabei ist dies das letzte Mal passiert, als Streich selbst noch spielte.

Die Stadt mit Dom und Liebfrauenkirche huldigt ihren neuen Helden. „Alle sind heilfroh, dass sie nach 25 Jahren wieder was Wichtiges gewonnen haben und endlich im bezahlten Fußball zurück sind“, weiß Streich. Kein anderer etablierter Verein aus der DDR-Oberliga, mit Ausnahme des BFC (aber der klopft ja auch an die Tür zur 3. Liga) und des FC Vorwärts, musste länger auf den Profi-Fußball warten als der FCM. „Das hat schon ein bisschen am Selbstverständnis gekratzt“, so Streich.

Dafür ist die Stimmung aktuell umso euphorischer. „Jetzt sind wir alle heiß auf die neuen alten Derbys“, sagt der Rekord-Torschütze der DDR, „wenn Magdeburg gegen Dresden spielt oder gegen Rostock, Halle, Erfurt und so, da geht die Post sowas von ab, da sind die Stadien rammelvoll.“ Zumal sie gerade in Magdeburg dermaßen Appetit auf höherklassigen Fußball haben wie nur jemand haben kann, der davon 25 Jahre nicht naschen durfte. „8500 Zuschauer kamen im Schnitt zu den Heimspielen in der Regionalliga, das ist doch der Wahnsinn“, so Streich.

Also dann: Auf ein Neues! „Wir aus dem Osten dominieren die 3.?Liga“, sagt der Streich, „in den einstigen DDR-Fußballhochburgen herrscht Begeisterung. Das passt auch für Magdeburg, selbst wenn die 3.?Liga einen Zahn schärfer ist als die Regionalliga. Aber ich freue mich drauf. Und wo ich auch hingucke – alle anderen auch!“

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