Prinzenbad

Gehen jetzt auch die Liegewiesen baden?

Berlin braucht neue Wohnungen. Werden dafür Berliner Badewiesen geopfert?

Marcus Böttcher
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Im Kreuzberger Prinzenbad soll angeblich eine Liegewiese verkauft werden.

Im Kreuzberger Prinzenbad soll angeblich eine Liegewiese verkauft werden.

© Volkmar Otto

Noch ist alles Hörensagen. Doch der Protest formiert sich schon jetzt. Für Freitag, 16 Uhr, ruft die Linke in Friedrichshain-Kreuzberg zur Aktion „Hände weg vom Prinzenbad“. „Wir haben anonyme Hinweise von Mitarbeitern der Bäderbetriebe, dass Teile des Prinzenbades von den Verkaufsüberlegungen betroffen sind. Hierbei soll es sich um den westlichen Teil der Liegewiese handeln“, so der Linken-Bezirksvorsitzende Pascal Meiser gegenüber dem KURIER.

Hintergrund der Befürchtungen: Um Wohnraum zu schaffen, müssen alle Landesbetriebe prüfen, ob sie „nicht betriebsnotwendige Liegenschaften“ in ihrem Portfolio führen. Diese könnten dann an die landeseigene Immobiliengesellschaft „Berlinovo“ verkauft werden, um später Studenten-Appartements zu bauen. „Im Hochpreissegment“, schimpft Meiser.

„Noch ist nichts entschieden."

„Berlinovo“-Sprecher Stefan Siebner tritt auf die Bremse: „Noch ist nichts entschieden. Sicher ist: Wir werden keinem Berliner Erholungsfläche wegnehmen, eher geht es um nicht genutzte Lagerflächen“, so Siebner zum KURIER. Insgesamt soll sich die „Berlinovo“ für Teile von sechs Grundstücken der Bäderbetriebe interessieren. Welche das sind, soll (noch) nicht öffentlich werden.

Auch bei den Bäderbetrieben selbst hält man sich mit genaueren Aussagen zurück. Ja, man stehe in Kontakt mit der Berlinovo, und ja, man könnte gegen den entsprechenden Preis Flächen verkaufen. „Es würde sich, wenn überhaupt, nur um Flächen handeln, die unsere Kunden seit Jahrzehnten nicht mehr als Fläche der Freibäder wahrnehmen“, so Unternehmenssprecher Matthias Oloew.

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