Juristisches Schlupfloch

Porsche-Raser mit 312 km/h: Rettet ihn ausgerechnet der Blitzer?

Ein Schweizer Manager jagte seinen Porsche 911 GT3 über eine Autobahn in Frankreich. Ihm drohen Fahrverbot, Geldstrafe und sogar Haft – doch ein Anwalt sieht eine Lücke.

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Ein Porsche 911 GT3 im Tunnel (Symbolbild): In Frankreich hat die Gendarmerie einen Porsche-Fahrer mit 312 km/h auf einer Autobahn geblitzt.

Ein Porsche 911 GT3 im Tunnel (Symbolbild): In Frankreich hat die Gendarmerie einen Porsche-Fahrer mit 312 km/h auf einer Autobahn geblitzt.

© Imago/Frank Schneider

Seine Rekord-Raserfahrt sorgte für Aufsehen – und hat ein Nachspiel vor Gericht. Der Porsche-Fahrer, der in den französischen Alpen mit 312 km/h geblitzt wurde, soll sich im Februar verantworten. Ein Verkehrsanwalt hält es aber für möglich, dass die Messung nicht hält.

Porsche 911 GT3 fast am Limit

Inzwischen ist mehr über den Fahrer bekannt. Am Steuer saß ein 48-jähriger Schweizer, nach Angaben des französischen Senders Europe 1 ein Manager. Sein Wagen: ein Porsche 911 GT3. Je nach Version schafft der Sportwagen etwa 315 bis 318 km/h, wie Medien berichten. Der Mann war also beinahe mit Vollgas unterwegs.

Erwischt wurde er in der Nacht zum 27. September auf der A40 im Arve-Tal (Haute-Savoie). Erlaubt sind dort 130 km/h. Abzüglich Toleranz werten die Behörden 300 km/h – ein Plus von 170.

Welche Strafe droht dem Porsche-Raser?

Seit Ende Dezember 2025 ist es in Frankreich schon beim ersten Mal eine Straftat, das Tempolimit um 50 km/h oder mehr zu überschreiten. Der Strafrahmen: bis zu 3750 Euro und drei Monate Gefängnis. Das Gericht kann zudem den Porsche einziehen und die Fahrerlaubnis annullieren.

Den Führerschein musste der Schweizer bereits an Ort und Stelle abgeben, sein Auto kam auf den Abschlepphof. Zudem hinterlegte er 1500 Euro Kaution.

Gilt das Fahrverbot auch in der Schweiz?

Weil der Mann einen Schweizer Führerschein hat, wirkt ein französisches Fahrverbot zunächst nur in Frankreich, berichtet die Schweizer Zeitung 20 Minuten. Das Schweizer Straßenverkehrsgesetz erlaubt den Behörden aber, nachzuziehen. Ob es dazu kommt, ist offen.

Blitzer nur bis 300 km/h zugelassen?

Der auf Verkehrsrecht spezialisierte Anwalt Jean-François Changeur gab der Auto-Website Caradisiac zu dem Fall Auskunft. Der Experte wies auf die Grenzen der Zulassung der Messgeräte hin. Mobile Radare seien nur bis zu einem bestimmten Tempo zertifiziert – viele ältere bis 250 km/h, neuere bis 300 km/h. Gemessen wurden 312.

War das eingesetzte Gerät für diese Geschwindigkeit nicht freigegeben, könnte die Rechtmäßigkeit der Kontrolle vor Gericht angefochten werden, meint der Anwalt. Entscheiden müssen das die Richter.

In Deutschland landete ein ähnlicher Fall im Jahr 2020 vor dem Amtsgericht Karlsruhe. Ein Blitzer auf der A8 bei Pforzheim war nur bis 250 km/h zugelassen, der Fahrer war schneller. Straffrei blieb er trotzdem nicht: Das Gericht zog statt der üblichen drei Prozent pauschal 20 Prozent vom Messwert ab und ging von 200 km/h aus. Es blieb bei 600 Euro Bußgeld und zwei Monaten Fahrverbot.

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