Er macht Frauen ungewollt zu Pornostars. Mit versteckter Kamera zieht er durch Berlin, filmt angezogene Frauen in der U-Bahn und stellt die Videos auf Sexfilm-Portale. Wer ist dieser Mann, der sich im Internet „Hengst“ nennt?
Er dreht heimlich mit einem Handy und lädt die Videos ohne Wissen der Frauen ins Internet. Auf der Porno-Seite erniedrigt er die gefilmten Frauen dann mit perversen Kommentaren.
„Die Männer hinter diesen Videos sehen in den betroffenen Frauen nicht mehr die Person, den Menschen“, sagt Psychologe Peter Walschburger von der Freien Universität Berlin. „Sie verwandeln sie stattdessen in ein obskures Objekt ihrer sexuellen Fantasie und Begierde.“
Das zeigen auch die Kommentare unter den Videos. Als „F***fresse“ und „dreilochbegehbar“ werden die Frauen dort bezeichnet.
Der Filmer muss deswegen aber kein Perverser sein, der sich selbst an den Aufnahmen aufgeilt. „Es kommen unterschiedliche Beweggründe in Frage. Vielleicht ist er ein Voyeur, den es erregt, Frauen heimlich zu beobachten und zu filmen“, sagt Psychologe Peter Walschburger. „Es kann aber auch sein, dass der Filmer kein Voyeur ist. Vielleicht bekommt er für solche Videos Geld. Oder er tut es für Anerkennung im Internet.“
Womöglich stecken hinter dem Porno-Profil des angeblich 27-Jährigen namens „Hengst“ auch noch weitere Personen. „Gut möglich, dass mehrere ,Kumpels’ in Berlin unterwegs sind, um solche Videos für das Portal zu drehen“, sagt Walschburger. Das könne sich auch zu einem Geschäftsmodell ausweiten und weitere Männer zu solchen Aktionen anregen.
Unklar bleibt, wie gefährlich die Männer sind, die Frauen in perverser Absicht filmen. „Das lässt sich anhand der Videos nicht sagen. Dazu bräuchte es persönliche Gespräche mit einem Sexualtherapeuten“, erklärt Walschburger.
Die Frauen selbst bemerken die Filmerei meistens nicht, da die Täter die Kamera gut verstecken. Deshalb lassen sich die Videos kaum verhindern. Wer Aufnahmen von sich im Netz entdeckt, kann aber dagegen vorgehen. Betroffene können die Männer hinter den abartigen Kommentaren wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage anzeigen. An die Porno-Seiten sollten sie eine Abmahnung schicken, damit das Video entfernt wird, am besten mithilfe eines Anwalts. Allerdings haben andere Nutzer die Aufnahmen gestreut. Ausschnitte daraus stehen längst auf weiteren Porno-Portalen. Die Frauen müssen an jede Website eine Abmahnung senden. Das ist mühsam und garantiert nicht, dass die Bilder aus dem Netz verschwinden. Denn die Videos kann jeder von den Portalen herunterladen. Dadurch sind sie wohl auch auf privaten Rechnern gelandet.
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