Polizei schlägt Alarm

Prenzlauer Berg ist Einbrechers Liebling

Allein im Januar gab es im Kiez 156 Einbrüche – Tendenz steigend.

JEANNETTE HIX und ANDREAS KLUG
Lesezeit 3 Min
Prenzlauer Berg, Odergberger Straße: Für Einbrecher eine Top-Adresse.

Prenzlauer Berg, Odergberger Straße: Für Einbrecher eine Top-Adresse.

© cam.cop media / Andreas klug Lizenz

Die erschreckenden Zahlen: Wurden 2012 im Kiez 558 Kellereinbrüche zur Anzeige gebracht, waren es letztes Jahr bereits 1110 – Prenzlauer Berg ist jetzt Einbrechers Liebling. Die Klauerei geht munter weiter. Allein im Januar wurden bereits 156 Fälle angezeigt. Polizeikommissar Patrick Wolf (26): „Bisher waren es pro Monat 45 bis 85 Kellereinbrüche.“ Die Diebe nehmen alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist – von Werkzeugen bis zur Pfandflasche.

Hier fehlt die Metall-Schiene, die das Aufhebeln erschwert.

Hier fehlt die Metall-Schiene, die das Aufhebeln erschwert.

© cam.cop media / Andreas klug Lizenz

Dieses Schloss ist korrekt, lässt sich nicht mit der Zange fassen.

Dieses Schloss ist korrekt, lässt sich nicht mit der Zange fassen.

© cam.cop media / Andreas klug Lizenz

Unverschlossene Keller – eine Einladung für Diebe.

Unverschlossene Keller – eine Einladung für Diebe.

© cam.cop media / Andreas klug Lizenz

Diese Metallschiene an der Tür verhindert das Aufhelben.

Diese Metallschiene an der Tür verhindert das Aufhelben.

© cam.cop media / Andreas klug Lizenz

Ein offenes Kippfenster zieht Diebe magisch an.

Ein offenes Kippfenster zieht Diebe magisch an.

© cam.cop media / Andreas klug Lizenz

Kommissar Marco Lindner prüft, ob die Tür verschlossen ist.

Kommissar Marco Lindner prüft, ob die Tür verschlossen ist.

© cam.cop media / Andreas klug Lizenz

Dieses umgebaute Transport-Rad wurde Restaurator Jörg Messing aus dem Keller gestohlen ...

Dieses umgebaute Transport-Rad wurde Restaurator Jörg Messing aus dem Keller gestohlen ...

© privat Lizenz

... wer es findet, bekommt einen Finderlohn.

... wer es findet, bekommt einen Finderlohn.

© privat Lizenz

Jörg Messing aus der Husemannstraße ist ein Opfer: „Mir wurden letzte Woche zwei Räder gestohlen, darunter ein Transportrad im Wert von 3000 Euro. Wer es findet, bekommt Finderlohn.“ Glück im Unglück: Das gestohlene Citybike sah er jetzt angeschlossen ein paar Straßen weiter, erstattete Anzeige. Das Rad bekam er zurück. Seine Vermutung: Die Diebe könnten die Räder auf dem Flohmarkt vertickt haben.

Auch in der Crusemarkstraße 32 und 34 haben die Diebe zugeschlagen, gleich sechsmal in den vergangenen Jahren. Die zwölf Mieter sind sauer, weil der Keller ungenügend gesichert ist. Mieter Martin Budack (74) zum KURIER: „Mir wurden schon zwei Sport-Rennräder im Wert von 6000 Euro gestohlen – und der Vermieter reagiert nicht.“

Präventionstouren der Polizei sollen nun Anwohner sensibilisieren. Allein letzten Dienstag haben die Beamten 5000 Warn-Flyer im Kiez verteilt, vergeben täglich neue. Der KURIER hat die Polizei-Kommissare Marco Lindner und Patrick Wolf (beide 26) gestern auf ihrer Tour begleitet. Wir haben Keller inspiziert und mit Anwohnern gesprochen. Erschreckend: bei vielen wurde schon im Keller eingebrochen. Vor dem Laden von Solveg Landers haben Diebe sogar die Ausstellungsstücke im Wert von mehreren 100 Euro mitgehen lassen.

Mit einer miesen Masche verschaffen sich die Diebe Zutritt in die Häuser. Motto: Irgendwo klingeln, vorgeben, dass die Polizei vor der Tür steht und schon öffnet sich die Flurtür. Kommissar Wolf rät: Wer die Fenster zur Straße hat, sollte sich vergewissern, wer klingelt.

Was sich die Beamten wünschen: Wer verdächtige Personen im Haus sieht, sollte die Polizei informieren. Die Tipps der Polizei: Die Haus- und Kellertüren sollten immer verschlossen sein. Anwohner sollten alle paar Tage im Keller nachschauen – oft werden Einbrüche erst Wochen später entdeckt. Wichtig: Kellerverschläge sollten nicht einsehbar sein, spannen Sie eine Plane vor.

Der Fahrradraum sollte extra verschlossen, die Tür nicht beschriftet sein – die Aufschrift: „Fahrrad-Raum“ bringt Diebe auf die richtige Spur.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema