Ziele ausgespäht

Wollten Islamisten Berlin angreifen?

Polizei ermittelt gegen Tschetschenen.

Andreas Kopietz
Lesezeit 2 Min
Im Erdgeschoss eines sechsstöckigen Gebäudes in Marzahn-Hellersdorf fand eine Durchsuchung statt. Am frühen Morgen schwärmten die Ermittler in mehreren Bundesländern aus. 

Im Erdgeschoss eines sechsstöckigen Gebäudes in Marzahn-Hellersdorf fand eine Durchsuchung statt. Am frühen Morgen schwärmten die Ermittler in mehreren Bundesländern aus. 

© dpa

SEK-Beamte stürmten Objekte an sechs Orten in Berlin, darunter Wohnungen in Hellersdorf, Hohenschönhausen, Köpenick und Spandau. Auch in Ludwigsfelde (Landkreis Teltow-Fläming), in Hagen (Nordrhein-Westfalen) und in Arnstadt (Thüringen) wurde je eine Wohnung durchsucht.

180 Beamte an Razzia beteiligt

Fünf Verdächtigen im Alter von 23 bis 28 Jahren aus der russischen Teilrepublik Tschetschenien wirft die Generalstaatsanwaltschaft vor, Orte für einen möglichen Terroranschlag ausgespäht zu haben, darunter ein Berliner Einkaufszentrum und eine Synagoge. Bei einem der Männer war bei einer Polizeikontrolle entsprechendes Bildmaterial auf dem Handy festgestellt worden. Dass der Verdächtige Videoaufnahmen der Neuen Synagoge in Mitte angefertigt habe, wie der Spiegel meldete, wollte Martin Steltner, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, nicht bestätigen. „Zu Einzelheiten äußern wir uns nicht“, sagte er. 

Etwa 180 Beamte waren an der Razzia beteiligt. Sie beschlagnahmten Bargeld, Hieb- und Stichwaffen und Datenträger wie Handys und Computer.

Unklar, ob Täter Terroranschlag planten

Die Ermittler entschlossen sich schon früh zum Zugriff, auch auf die Gefahr, dass die Beweise für eine Verurteilung nicht ausreichen. Denn noch ist unklar, ob die Täter wirklich einen Terroranschlag planten. Eine konkrete Anschlagsgefahr habe nach jetzigem Informationsstand noch nicht bestanden, so Steltner.

Für einen Haftbefehl reichten die Beweise gegen die fünf Männer nicht aus. Steltner: „Die Durchsuchungen sollen Klarheit über die wirkliche Motivlage bringen.“ Die stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Kerstin Philipp, erklärte: „Es ist richtig, beim geringsten Verdacht Maßnahmen zu ergreifen und eine Gefahr möglichst früh im Keim zu ersticken.“  

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