Nein, Polizisten sind keine Jäger. Dennoch ist die Liste, die der Senat nach einer Anfrage der Linksfraktion zusammengestellt hat, lang: ein Bussard, ein Dachs, ein Fasan, 25 Füchse, 21 Wildschweine, ein Hase, drei Hunde, eine Katze, sechs Rehe, ein Schwan und ein Waschbär. Sie alle starben im vergangenen Jahr durch Waffen von Polizisten.
62 Tiere wurden insgesamt erschossen
So viel waren es in den Jahren zuvor nicht. 2014 starben nur 22. Warum aber muss man gerade einen Waschbär erlegen? Die Polizei dazu: Sie schieße auf Tiere, „wenn von diesen entweder eine Gefahr ausgeht, oder sie verletzt oder krank sind.“ Eine Sprecherin ergänzt auf KURIER-Nachfrage: „Stellen Sie sich vor, ein Reh ist nach einem Wildunfall so schwer verletzt, dass es sich quält. Das Leben dieser Tiere ist nicht mehr zu retten. Dann schießen die Kollegen, um sie zu erlösen.“
Die drei Hunde wurden laut Statistik getötet, weil sie aggressiv waren. Den Verdacht von Schusswaffenmissbrauch oder Tierquälerei weist die Polizei entschieden zurück: „Wenn ich von meiner Dienstwaffe Gebrauch mache, muss ich mich erklären“, so die Sprecherin. Das heißt: Ein Polizist kann, logisch, nicht einfach auf die Jagd gehen. Es ist üblich, dass in Dienstwaffen die Munition überprüft wird. Fehlt etwas, wird nachgefragt.
Polizei testet Elektroschocker
Die Abgeordneten Anne Helm und Hakan Tas wollten in der Anfrage eigentlich wissen, wie viele Menschen durch Polizei-Schusswaffen verletzt oder getötet wurden. 2015 starben zwei, einer wurde verletzt. 2014 und 2016 kam kein Mensch zu Schaden. Um Todesfälle zu vermeiden, testet die Polizei gerade den Elektroschocker (der KURIER berichtete).
Übrigens: Berliner Beamte, und dass ergab eine weitere Anfrage, verlieren ab und an ihre Waffe: Seit 2011 kamen fünf Pistolen abhanden. Nur vier wurden wiedergefunden.
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