Politisch unkorrekt

Warum wir "Neger" zu uns sagen dürfen

Politische Korrektheit verleitet zu Realsatire

BK
Lesezeit 2 Min

Wird man doch wohl noch mal sagen dürfen!“ Diese Einleitung wird gern von irgendeiner politisch ziemlich inkorrekten Sauerei gefolgt – „dass der Islam uns alle töten will! Sieht man doch am Anschlag von Paris!“ Das Problem an solchen Verallgemeinerungen ist, dass sie die Tat einiger Arschlöcher auf eine riesige Bezugsgruppe ausweitet. Nach der gleichen Logik hätte man alle Bankangestellten in der Finanzkrise vor Gericht stellen müssen!

„Political Correctness“ verleitet geradezu zur Satire. Heute hätte Mozart große Schwierigkeiten, in der „Zauberflöte“ einen „bösen Mohr“ Monostatos zu erfinden. Die Rollenbeschreibung müsste jetzt heißen: „maximal Pigmentierter aus sozial instabilen Verhältnissen“! Der „Negerkuss“ meiner Kindheit wurde schon vor einiger Zeit zum „Schaumkuss mit afroamerikanischem Migrationshintergrund“!

So unterhaltsam das ist, geht mit „Political Incorrectness“ viel Unterscheidungsfähigkeit unter. Thilo Sarrazin wehrte sich vor einiger Zeit gegen den „neuen Tugendterror“ und beklagte den Verlust der Meinungsfreiheit – das allerdings mit einer Startauflage von 100000 Büchern! Das Schöne an Demokratie ist halt, dass auch Idioten im Ozean einen Mangel an Wasser beklagen dürfen.

Als Komiker muss man mit den Grenzen der „Political Correctness“ spielen. Neulich ging mir auf, dass wir Germanen aufgrund der Menschheitsentstehung in Ostafrika eigentlich „Mutanten-Neger mit schwerer Pigmentstörung“ sind. Wenn jedoch das Lächeln aus der „Politischen Inkorrektheit“ entschwindet, bleibt nur rückwärtsgewandter Chauvinismus über. „Wird man doch wohl noch mal sagen dürfen!“

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