Auch böse Geschichten können gut ausgehen: Pegida ist am Ende. Die Bewegung zerlegt sich, der Spuk scheint vorbei. Zeit für eine Bilanz: Pegida war von Anfang an islamfeindlich. Das zeigte schon der Name der Bewegung, die in einem Bundesland fast ohne Muslime gegen die angebliche Islamisierung des Abendlandes antrat. An der Spitze ein Rassist, in der Menge neben und vor den Mitläufern Rechtsradikale und Hooligans.
Für die Mitläufer, angeblich besorgte Bürger, gibt es auch keine Entschuldigung – außer Taubheit und Blindheit. Denn sie konnten sehen und hören, wem und was sie hinterherliefen. An Aufklärung über den Islam, über Asyl und Einwanderung war keiner interessiert. Gesucht wurde nur eine Bestätigung von Vorurteilen.
Die etablierte Politik machte keine gute Figur. Statt klare Kante zu zeigen, sprachen viele von „ganz normalen Bürgern“, deren Sorgen man ernst nehmen müsse. Eine hohle Floskel ohne konkrete Konsequenzen. Die einen biederten sich an wie die AfD, die anderen, wie CDU und SPD, werteten Pegida durch Treffen mit den Organisatoren oder Teilnahme an Diskussionen mit den Anhängern auf. Die beste Figur machte Angela Merkel, die vor „Hass und Kälte in den Herzen“ warnte.
Pegida hat keine neuen Erkenntnisse über unser Land gebracht. Dass es Rassisten und Islamfeinde gibt, dass viele Menschen mit Vorurteilen durchs Leben gehen, das wussten wir auch schon vorher. Neu war nur, dass der Stammtisch auf die Straße ging.
Wenn jetzt in Dresden hoffentlich wieder Ruhe einkehrt, dann sollte die Politik ernsthaft und sachlich über ein Einwanderungsgesetz reden und darüber, wie wir künftig Asylbewerber besser unterbringen, wie wir sie besser schützen und wie wir mit abgelehnten Asylbewerbern umgehen. Dafür gibt es Parlamente. Die Straße ist dafür ungeeignet. Pegida ist am Ende. Und das ist auch gut so.
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