Es bleibt dabei in diesem Jahrzehnt: In ungeraden Jahren ist der Pokal ein Dynamo. 2011, 2013, 2015 und eben jetzt 2017. Der BFC gewinnt gegen Viktoria 89 den Berliner Cup nach umkämpften 120 Minuten mit 3:1 (0:0) nach Verlängerung und zieht in den DFB-Pokal ein.
Heiß war der BFC von Beginn an. „Viktoria hatte ja auf Facebook schon zu einer Siegesfeier eingeladen. Das haben wir ausgedruckt und in der Kabine an die Wand gehängt“, verriet Teammanager Jörn Lenz, warum die Dynamos besonders motiviert zu Werke gingen. Trainer René Rydlewicz brauchte keine großen Worte mehr. Der BFC brannte. Auch wenn Viktoria vor der Pause die besseren Chancen hatte und da meist an Keeper Bernhard Hendl („Ich kann ja keine Tore im Spiel schießen, dafür kann ich ab und zu auch mal einen halten“) scheiterte, in Halbzeit zwei bestimmte der BFC das Bild.
Zum Matchwinner wurde Kai Pröger. Nachdem Viktoria die BFC-Führung durch Otis Breustedt (96.) egalisiert hatte (111., Ümit Ergirdi) und alles schon aufs Elferschießen zusteuerte, kam der Auftritt des kühlen Blonden. Pass von Vincent Rabiega mitgenommen, Kugel gelupft und volley in die Maschen damit (118.) – 2:1. Zwei Minuten später setzte er mit einer 30-Meter-Bogenlampe über FCV-Keeper Dominik Kiesel hinweg zum 3:1 den Schlusspunkt. Der mit 6690 Besuchern gut gefüllte Jahnsportpark tobte.
„Schöner hätte ein Abschied nicht sein können“, strahlte der 25-Jährige, der sich ja zu Rot-Weiß Essen verabschiedet. „Ich weiß auch nicht, wo ich die Kraft hergenommen habe. Ich war total fertig. Der Trainer wollte mich schon rausnehmen. Aber ich wollte unbedingt bleiben und den Fans etwas zurückgeben. Es hat sich ja auch gelohnt“, sprudelte der gebürtige Friese selbst in der Mixedzone noch, als ihm die feixenden Kollegen um Dennis Srbeny ein Bier über den Kopf kippten.
Patschnass stand er da, das von Fans entworfene Siegershirt leuchtete nicht mehr strahlend weiß, sondern grünlich-gelb. Egal. Kann man mal aushalten an so einem Tag.
Energie Cottbus gewann den Brandenburg-Pokal durch ein 2:0 gegen Luckenwalde.
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