Dazu gehört die Berlinerin Caterina Pogorzelski (38). Die Betreiberin des Blogs „Megabambi“ kommt mit einem kurzen, tiefausgeschnittenem Kleid daher, beweist, dass es auch Bikinifiguren weit jenseits der Größe 40 mit großen Oberschenkeln gibt. Sie hat kein Problem damit, sich dick zu nennen. „Na, bin ich ja!“
Es muss nicht immer superschlank sein: Model Caterina Pogorzelski ist stolz auf ihren Körper, wirbt im Internet mit Mode für dicke Frauen.
© dpa/Christophe Gateau
In ihrer Jugend war die Komikerin Hella von Sinnen für sie quasi die einzige dicke Promi-Frau in der Öffentlichkeit. Pogorzelski bekam von ihrer Mutter ein gutes Selbstbewusstsein vermittelt. „Ich war schon immer sehr auffällig“, sagt sie. Ihre Haltung: „Ich bin so, so sehe ich aus, und ich muss damit arbeiten.“
Man muss mit dem Thema Dicksein richtig umgehen
Mit Anfang 20 wurde die Berlinerin als Model entdeckt, besuchte eine Schauspielschule, wurde Bloggerin und Moderatorin. Was für sie bemerkenswert ist: Dass ein Fernsehsender ihren ganzen Körper zeigt oder wenn sie als Stylistin nicht nur dicken Menschen Tipps geben kann. Daran erkenne man den langsamen Wandel in der Gesellschaft.
Allerdings ist es für die „Megabambi“-Bloggerin nach wie vor nervig, „dass man jedem dicken Menschen unterstellt, dass er den ganzen Tag nur Schokolade isst, sich nicht bewegt, nicht weiß, was gesunde Ernährung ist“. Man müsse mit dem Thema Dicksein nur richtig umgehen, meint Pogorzelski. Auch bei sich selbst. „Wenn man das weiß, lebt es sich als ,Plus Size Frau’ tatsächlich sehr schön“, sagt sie. Es lebe sich leichter, wenn man sich selber gefalle.
Diese Botschaft gibt Pogorzelski in ihrem Blog an andere Frauen, die einen größeren Körper haben, weiter. „Stell dich vor den Spiegel. Schau dich an. Sei ehrlich mit dir. Finde die Teile an deinem Körper, die du magst, und mit denen fängst du an zu arbeiten. Unterstreich sie mit deiner Kleidung.“
Auch Dicker wollen sich modisch kleiden
Pogorzelski weiß, dass Instagram und Co. mit ihren gestylten und vermeintlich perfekten Frauen enormen Druck ausüben können. Ihr Rat? „Abonniere Leute, die dir guttun.“ Was sie an der Modebranche sieht: „Klar gibt es Mode in großen Größen, aber noch nicht genug.“ In der Tendenz sei die Kleidung entweder billig oder teuer, zu wenig sei im Mittelfeld.
Doch Blogger wie Pogorzelski sorgen dafür, dass Modeunternehmen sich nun immer mehr auf starke Frauen und Männer konzentrieren. Denn auch Dicke wollen sich modisch kleiden.
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