Wer Passanten, jüngere Berliner und Nicht-Fachleute fragt, der bekommt diese Antwort: Dichte Bebauung soll es zwischen Rotem Rathaus und Marienkirche, Fernsehturm und Spree lieber nicht geben. Einigkeit besteht, so Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, aber bei den ersten fünf von 15 häufigen Wünschen: „Es soll ein Ort für alle sein, der Demokratie, kulturelle Vielfalt und Geschichte erlebbar macht – und ohne Kommerz auskommt.“
Für das Herz einer Metropole sei das ungewöhnlich. Denn von London bis Lissabon wird im Stadtkern fleißig geshoppt. Zustimmung gibt es auch für den Erhalt der Sichtachsen zwischen Fernsehturm und Schloss, eine Schönheits-OP fürs Spreeufer und womöglich eine dezente Bebauung um Rathaus und Marienkirche.
Presse-Konferenz mit Baudirektorin Lüscher.
© Wilms Lizenz
Bürger Janosch Lencer (20) will einen offenen Platz mit viel Raum für Kreativität.
© gudath Lizenz
Auch Silvia Schulz (58) zieht Stadt-Grün der Bebauung vor.
© gudath Lizenz
Das Rathausforum im Herzen Berlins soll neugestaltet werden (Archivbild).
© imago stock&people Lizenz
Bausenator Andreas Geisel spricht mit interessierten Bürgern.
© gudath Lizenz
Nach KURIER-Infos sind die Befürworter eines Wiederaufbaus der historischen Stadtmitte eher in der Minderheit. Aber eine Lösung des Kern-Streitpunkts – bebauen oder nicht – sei noch nicht erreicht.
Deshalb warb Bausenator Andreas Geisel (SPD) gestern im Congress Center am Alex für Kompromisse. Jeder müsse raus aus seinem „Schützengraben“. Scheitere die Bürgerbeteiligung, würden andere über den Platz entscheiden. Etwa, wenn nach der Schloss-Eröffnung noch größere Touristenmassen zu uns kommen.
Eine TED-Befragung der etwa 200 gekommenen Bürger ergab, dass sie eine kleinteilige Bebauung – sei sie historisch oder modern – eher ablehnen. Bevor aber am Ende das Abgeordnetenhaus entscheidet, soll es eine zweite Halbzeit geben – für Bürgerworkshops und Online-Befragungen. Alle 15 Thesen und Streitpunkte sind im Netz nachzulesen. MOW
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com