Plänterwald

Nirgends nagt der Biber lieber

Rund um Spreeuferweg in Treptow macht sich eine Nagerfamilie über die Uferbäume her.

Philippe Debionne und Eric Richard
Lesezeit 3 Min
Plänterwald in Berlin: Auch dieser dicke Baum wurde eindeutig von einem fleißigen Biber angenagt.

Plänterwald in Berlin: Auch dieser dicke Baum wurde eindeutig von einem fleißigen Biber angenagt.

© Eric Richard

Auch bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz ist man im Bilde. Gegenüber der Berliner Woche sagte Wildtierexperte Derk Ehlert: „Seit drei Jahren lebt in diesem Bereich eine Biberfamilie mit mehreren Jungtieren.“

Die Nager seien „auf den Spreeinseln bis zu Kratzbruch und Liebesinsel vor der Südspitze von Stralau und in den letzten Wochen auch am Ufer im Umfeld des Eierhäuschens aktiv“.

Dass in Bibers Vorgarten in den letzten Monaten Bauarbeiter den Spreeuferweg sanierten, störte den zweitgrößten Nager der Welt offensichtlich nicht. So wurde nach Angaben des zuständigen Bezirksamtes „mit Freude bemerkt, dass ein Biber dort in den Baupausen im Landschaftsschutzgebiet aktiv war und sich mit dem Naturufer wohlzufühlen scheint“.

Zusammenleben zwischen Mensch und Biber problemlos möglich 

Tatsächlich wurden Schäden an der betonierten Uferkante unter anderem mit Steinschüttungen ausgebessert – und die sind für den Biber ideale Ausstiegsstellen, um vom Wasser an Land zu kommen.

Bis zu 30 Kilogramm kann ein ausgewachsener Biber auf die Waage bringen. 

Bis zu 30 Kilogramm kann ein ausgewachsener Biber auf die Waage bringen. 

© dpa/Felix Heyder

Wildtierexperte Ehlert geht davon aus, dass die ersten Biber vor etwa 25 Jahren aus dem Nordwesten kamen, um Berlin auf der Suche nach Lebensräumen zu durchwandern. Und einige Tiere dann einfach hierblieben. Wie viele Exemplare mittlerweile an der Spree leben, könne man nur schwer sagen. Geschätzt dürften es nach Ehlerts Angaben „um die 100 Tiere“ sein. Zu Gesicht bekommt man Biber aber nur schwer, denn die Tiere sind die meiste Zeit im Wasser unterwegs.

Die berühmten Biberburgen findet man zudem eher selten. Die meisten Biber „graben ihre Baue in die Erde ein und überziehen sie nur mit etwas Holz“, so Ehlert.

Auch an kleineren Bäumen im Plänterwald sind Fraß- und Nagespuren von Bibern zu finden. 

Auch an kleineren Bäumen im Plänterwald sind Fraß- und Nagespuren von Bibern zu finden. 

© Eric Richard

Nach Angaben des Naturschutzvereins BUND Berlin ist ein Zusammenleben zwischen Mensch und Biber übrigens problemlos möglich. Wer sie beobachten wolle, sollte sich langsam und leise bewegen. Und die Tiere auf keinen Fall füttern, auch wenn der Fütter-Trieb der Berliner manchmal keine Grenzen kenne, so die Naturschützer. 

Im Berliner Plänterwald: Einige Bäume werden dem Biber überlassen 

Eine Gefahr geht von den bis zu 30 Kilogramm schweren Bibern nicht aus – solange man kein Baum ist. Denn während das Holz nur zum Bau der berühmten Biberburgen dient, steht Baumrinde ganz oben auf dem Speiseplan der Nager.

Einige Jungbäume werden nun mit Metallgittern vor den Nagetieren geschützt.

Einige Jungbäume werden nun mit Metallgittern vor den Nagetieren geschützt.

© Eric Richard

Während einige der Bäume im Plänterwald dem Biber überlassen werden, hat des Straßen- und Grünflächenamt unterdessen damit begonnen, ausgewählte Bäume mit Metallgittern vor den fleißigen Nagern zu schützen. Be- oder verjagt werden darf der Biber nicht, er gilt als streng geschützt. Wer ein Tier fängt, verletzt oder tötet, dem droht in Berlin eine Geldstrafe von bis zu 65.000 Euro.   

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