Die Odyssee für den 22-Jährigen begann gegen 21 Uhr mit einer gesperrten Ausfahrt an der B9. Fahrbahnsanierung! Das kann ja nicht der einzige Weg nach Frankenthal sein, dachte sich der Bote und orientierte sich an Lichtern, zu denen scheinbar ein Feldweg führte.
Doch irgendwann war der Asphalt zu Ende, es folgte ein Schlagloch nach dem anderen – und Matsch. „Ich hatte Angst, wenn ich jetzt rückwärts fahre, bleibe ich stecken. Unterm Motto ,Bloß nicht aufgeben’ gab ich Gas und blieb prompt mit meinem tiefergelegten Golf in einem Schlagloch hängen. Um mich herum war nur Acker. Ich stand mitten in der Pampa“, berichtet er dem KURIER.
Ganz klar: Es musste Hilfe her! Doch ausgerechnet an diesem Abend war sein Handy-Akku am Ende. „Die Anzeige stand noch bei 2 Prozent. Ich rief meinen Chef an, hörte noch sein ,Hallo’ und dann war Schluss.“ Doch der Lieferbote ließ sich nicht entmutigen. Pflichtbewusst schnappte er sich die Pizza und machte sich zu Fuß auf den Weg. Mit seinen nagelneuen weißen Turnschuhen irrte er auf den Feldern umher, erreichte irgendwann den Frankenthaler Ortsteil Studernheim.
Die Idee, spätabends bei Wildfremden zu klingeln und in beschmatterten Schuhen die Geschichte des verlaufenen Pizzaboten zu erzählen, verwarf der Lieferant und schlug sich bis zur nächsten Tankstelle durch – doch die war unbesetzt. „Über den Notrufknopf erreichte ich einen Sicherheitsdienst. Als ich meine Lage schilderte, lachte der Mann, rief aber die Polizei“, so der Bote.
„Nachdem die Pizza kalt war, die Bergung seines Fahrzeuges zu diesem Zeitpunkt nicht möglich war, haben die Kollegen den am Boden zerstörten Pizzaboten zu seinem Chef nach Ludwigshafen verbracht“, erklärte ein Polizeisprecher.
Der Chef vom Lieferservice „Bambus“ wollte sich noch bei dem vermeintlich hungrigen Kunden entschuldigen und ihm eine Gratis-Pizza anbieten. Der Pizzabote: „Doch der war nicht erreichbar, hatte eine falsche Nummer angegeben.“
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