Rolex-Räuber

„Pink Panther“-Gangster: Einer zückte die Knarre, der zweite die Axt

Gehört Dosan S. zu einer gewieften Bande von skrupellosen Gangstern?

BK
Lesezeit 2 Min
Doksan S. (27) soll zu einer gewieften Bande von Rolex-Räubern gehören. Seit Donnerstag wird ihm der Prozess gemacht.

Doksan S. (27) soll zu einer gewieften Bande von Rolex-Räubern gehören. Seit Donnerstag wird ihm der Prozess gemacht.

© Pressefoto Wagner

Wie die Uhren vor Gericht ticken, bekommt der Serbe nun zu spüren: Rund drei Jahre nach einem Überfall auf einen Kudamm-Juwelier mit einer Beute im Wert von fast 900.000 Euro wird ihm der Prozess gemacht.

Ein drahtiger Typ, der bei jeder Antwort aufspringt. Ledig sei er, sein letzter Wohnsitz sei in der Heimat in Belgrad gewesen. Und dann verkündet er: „Ich nutze mein Recht, nicht zur Sache auszusagen.“

Zwei Raubzüge nach der Masche der „Pink Panther“-Gangster

Die „Sache“ sind zwei Raubzüge nach der Masche der „Pink Panther“-Gangster: Schnell, präzise, spektakulär die Beute. Ein Verbrecher-Syndikat, zu dem Täter vor allem aus den Balkanstaaten gehören sollen. 

Ihren Namen erhielt die Gruppierung in Anspielung auf die Gauner-Komödie „The Pink Panther“ („Der rosarote Panter“) aus dem Jahr 1963, nachdem britische Ermittler – genau wie im Film – einen geklauten Diamanten fanden, den die Diebe in einer Creme-Dose versteckt hatten.

Offen ist, ob S. zu der Bande zählte. Er soll mit Landsmann F. agiert haben. Die Anklage: „Sie reisten in verschiedene Länder Europas, um sich unter Waffengewalt in Juwelier-Geschäften Uhren aus dem Luxussegment zu verschaffen.“

Der einer Täter zieht eine Knarre, der andere eine Axt

Der 27. August 2016. Gegen 11 Uhr tauchen zwei Männer bei einem Juwelier am Kurfürstendamm auf. Einer elegant. Gibt sich als Kunde aus. Als Uhren gezeigt werden, zieht einer der Täter eine Knarre, der andere eine Axt. S. soll der mit der Axt gewesen sein. 

Mit 31 Rolex-Uhren flohen die beiden Räuber. Im Dezember 2016 sollen S. und F. dann in Düsseldorf erneut versucht haben, einen Juwelier auszurauben. Sei seien diesmal allerdings in die Flucht geschlagen worden.

Für S. war im April 2017 die Beute-Zeit abgelaufen: In der Schweiz verhaftet, an Tschechien überstellt. Für eine Tat in Prag gab es sechs Jahre Knast. Dann seine Auslieferung im März 2019 nach Deutschland. Fortsetzung: Donnerstag. KE 

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