Philipp hat sich jedes Wort genau überlegt

Die Lahm-Attacke

BK
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Durban - Der kleine Napoleon ist 1,69 Meter groß. Selten nur fühlte er sich ernst genommen. Mit einem Schlag ist das anders. Mit einem hochexplosiven Interview hat Philipp Lahm (26) Platzhirsch und Anführer Michael Ballack (33) kräftig eine vor den Latz geknallt. Es sieht aus, als ob er den Machtkampf mit Ballack sogar gewinnt."Ich gebe mein Kapitänsamt freiwillig nicht ab", erklärte der 26-Jährige im KURIER-Interview und ließ zwei Tage vor dem Halbfinalspiel gegen Spanien eine Bombe platzen.Die Worte rutschten dem Bayern-Spieler nicht nur so raus. Lahm hat sie bewusst gewählt und die Folgen einkalkuliert. So spielte sich das Szenario im Quartier "Velmore Grande" ab.13.30 Uhr war das Interview beendet, Lahms Aussagen erreichten den DFB-Mediendirektor eine Stunde später. Harald Stenger erkannte die Sprengkraft und stellte Lahm zur Rede. Der bekräftigte: "Die Aussage habe ich so getroffen, sie soll so bleiben."Stenger bat Lahm, darüber mit dem Bundestrainer zu reden. Joachim Löw hatte keine Einwände. Er wolle sich aus dieser Sache raushalten. Seine Spieler dürften schließlich ihre Meinung sagen.Was bezweckt Lahm mit seiner Attacke? Ist sie ein Alleingang? Oder vielleicht ein fein eingefädeltes Komplott, um das Alphatier Ballack zum Rückzug zu zwingen?Oliver Kahn spricht von Respektlosigkeit. DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger glaubt, Lahms Forderungen seien "legitim". Manager Oliver Bierhoff nennt die Worte "unglücklich", sagt: "Michael Ballack ist weiter Kapitän, Philipp Lahm ist WM-Kapitän."Nur: Warum wählte Lahm gerade diesen Zeitpunkt? Warum ließ er 48 Stunden vor dem Spanien-Spiel die Bombe explodieren?Er hat hoch gepokert. Wird Deutschland Weltmeister, hat er die Jubler auf seiner Seite. Verspielt die DFB-Elf jedoch den Titel, entpuppt sich die unnötig gestörte Harmonie als böses Eigentor.------------------------------

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