Die Trauer des hinterbliebenen Sohnes Dirk Bufé (51) ist mit Erleichterung vermischt. „Ich bin dankbar, dass meine Mutter zumindest am letzten Tag keine Schmerzen mehr hatte“, sagt er. Als die schwer krebskranke Frau endlich die verschriebene Medizin bekam, habe sie sich entspannen können. „Wenige Stunden später ist sie friedlich eingeschlafen“, sagt Dirk Bufé.
Sein großer Dank gilt Schwester Judith Thurmann (42), aber auch Michael Schulz (41), Landeschef der Partei „Die Grauen“. Der hatte im KURIER von dem Pflegeskandal gelesen und sich sofort um Hilfe bemüht.
„Ich war schockiert, dass der Pflegenotstand schon so groß ist“, sagt Schulz. Er habe sich nicht vorstellen können, dass es in der ganzen Stadt keine freie Pflegekraft für eine todkranke Schmerzpatientin gibt. Aber es stimmt: 43 mobile Pflegedienste, die für Palliativmedizin zugelassen sind, hatten der Familie und deren Arzt abgesagt. Die meisten begründeten das mit Personalmangel – und zusätzlichen Engpässen in den Ferien.
Sie halfen der Todkranken: Michael Schulz (v. l.) las im KURIER, dass eine Pflegekraft fehlt. Er besorgte Krankenschwester Judith Thurmann. Der Sohn der Patientin, Dirk Bufé, und sein Ehemann Hartmut Benter sind dankbar für die große Unterstützung.
© Gerd Engelsmann
„Ich begann sofort damit, selbst herumzutelefonieren“, sagt Schulz. Ein Bekannter wies ihn auf die Hauskrankenpflege Marco Müller hin. Dort erklärte sich Schwester Judith gern bereit, Kazurki zu betreuen.
„Ich bin einfach froh, dass ich helfen konnte, die letzten Stunden der Patientin erträglicher zu machen“, sagt Judith Thurmann. Die Mutter von drei Kindern hatte sich eigentlich darauf vorbereitet, jetzt öfter von ihrem Garten in Blankenburg zum nahen Haus der Kranken zu fahren. Doch Kazurki war nach dem langen Kampf gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs mit ihrer Kraft am Ende. Eine Klinik hatte sie Mitte Juli nach Hause entlassen – zum Sterben.
Alle Beteiligten hoffen nun, dass eine Lehre aus dem Fall gezogen wird. „Die Personalnot in der mobilen Pflege ist wirklich groß, weil man viel weniger als in Kliniken verdient“, so Judith. Das müsse sich ändern. Schulz bietet an, dass sich Familien in ähnlichen Notlagen via Internet (www.diegrauen-partei.de) bei ihm melden können. Er will versuchen, wieder zu helfen.
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