Expertenempfehlung

Ob Balkon oder Garten: Zu dieser Uhrzeit sollte man Pflanzen im Sommer gießen

Experten empfehlen beim Pflanzengießen eine überraschend frühe Uhrzeit. Aber auch bei Rasen, Kübeln und Gemüse gibt es einiges zu beachten.

Foto von Autor/Autorin: Mariella Mandurino
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Wann ist die beste Uhrzeit, um seinen Garten zu bewässern?

Wann ist die beste Uhrzeit, um seinen Garten zu bewässern?

© Amrei Schulz

Wer seinen Pflanzen an heißen Tagen etwas Gutes tun will, greift schnell zur Gießkanne. Doch ausgerechnet der Zeitpunkt kann darüber entscheiden, wie viel von dem Wasser tatsächlich bei den Wurzeln ankommt. Besonders ungünstig ist es, erst dann loszulegen, wenn die Sonne bereits kräftig scheint. Doch wann sollte man im Sommer wirklich gießen?

Beste Gießzeit: Zwischen drei und vier Uhr morgens

Die überraschende Antwort des Bundesverbands der Einzelhandelsgärtner (BVE), wie t-online berichtet: Ideal ist die Zeit zwischen 3 und 4 Uhr morgens. Dann hat sich der Boden über Nacht am stärksten abgekühlt. Das Wasser kann in die Erde gelangen, bevor ein größerer Teil der Feuchtigkeit durch die steigenden Temperaturen verloren geht.

Ein Garten ist nicht nur schön, sondern bringt vor allem viel Arbeit mit sich.

Ein Garten ist nicht nur schön, sondern bringt vor allem viel Arbeit mit sich.

© Jordis Antonia Schlösser

Für die meisten Hobbygärtner ist 3 Uhr allerdings wenig alltagstauglich. Eine automatische Bewässerung mit Zeitschaltuhr kann die Arbeit übernehmen. Diese gibt es bei Amazon schon ab 19 Euro. Wer selbst zur Gießkanne greift, sollte nach Empfehlung des BVE an warmen Tagen möglichst bis 6 Uhr fertig sein.

Mittags sollte die Gießkanne am besten stehen bleiben. Dann verdunstet viel Feuchtigkeit. Auch abends gibt es Nachteile: Nasse Blätter trocknen über Nacht schlechter, wodurch Pilzerkrankungen begünstigt werden können. Die feuchte Umgebung lockt außerdem Schnecken an.

Welche Pflanzen brauchen besonders viel Wasser?

Nicht nur die Uhrzeit zählt. Bei Stauden, Gemüse, Hecken und Gehölzen ist ein Rasensprenger weniger geeignet, weil viel Wasser auf den Blättern landet. Besser sind Gießkanne, Gartenschlauch oder Tropfbewässerung (ab 15 Euro bei Amazon), die die Feuchtigkeit gezielt an den Boden bringen.

Der Wasserbedarf hängt von Pflanzenart, Standort und Entwicklungsphase ab. Gewächse in voller Sonne brauchen meist mehr als Schattenpflanzen. Auch frisch gesetzte Blumen und Keimlinge müssen in den ersten Wochen regelmäßig versorgt werden, damit sie kräftige Wurzeln bilden.

Große Blätter bedeuten häufig höheren Wasserbedarf. Mediterrane Pflanzen kommen dagegen besser mit Trockenheit zurecht. Thymian und Rosmarin sollten nicht ständig gegossen werden. Hier darf die Erde zunächst trocknen, bevor wieder reichlich Wasser folgt. Generell ist es oft sinnvoller, seltener und dafür gründlich zu wässern. Dadurch bilden Pflanzen längere Wurzeln.

Wer nicht mitten in der Nacht aufstehen will, kauft sich eine Bewässerungsanlagen für den Garten.

Wer nicht mitten in der Nacht aufstehen will, kauft sich eine Bewässerungsanlagen für den Garten.

© Ernst Weingartner/Imago

Bei Trockenheit empfiehlt der BVE, Rasen etwa ein- bis zweimal pro Woche tiefgründig zu bewässern. Als Richtwert gelten zehn bis 15 Liter je Quadratmeter. Unter Bäumen kann häufiger Wasser nötig sein, weil deren Wurzeln ebenfalls Feuchtigkeit aufnehmen.

Ob die Menge reicht, lässt sich mit einem Marmeladenglas prüfen. Isabelle van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin-Dahlem empfiehlt, es während des Sprengens auf den Rasen zu stellen. Steht das Wasser darin ungefähr 1,5 Zentimeter hoch, hat die Fläche genug bekommen.

Gerade auf Balkonpflanzen sollte man besonders achten.

Gerade auf Balkonpflanzen sollte man besonders achten.

© Klaus-Dietmar Gabbert

Vor großer Hitze sollte der Rasen zudem nicht zu kurz gemäht werden. Bleibt der Schnitt liegen, dient er als Mulch und hält Feuchtigkeit länger im Boden. Auch nach einem Gewitter kann Nachgießen sinnvoll sein, weil kurze Schauer häufig nur die Oberfläche durchnässen.

Topfpflanzen brauchen mehr Aufmerksamkeit als Gartenpflanzen

Kübel und Balkonkästen trocknen schneller aus als Beete, weil weniger Erde Wasser speichern kann. Bei Hitze kann tägliches Gießen nötig sein. Abflusslöcher verhindern dabei Staunässe.

Ist die Erde komplett ausgetrocknet, rät der BVE, sie zunächst leicht anzufeuchten und einige Minuten später gründlich zu gießen. So kann das Wasser besser eindringen. Da häufiges Wässern Nährstoffe ausschwemmt, müssen Topfpflanzen außerdem regelmäßig gedüngt werden.

Wer verreist, kann Nachbarn um Hilfe bitten oder ein automatisches System nutzen. Für heiße Sommertage bleibt damit vor allem wichtig: Wer keine automatische Anlage besitzt, sollte möglichst früh starten und idealerweise bis 6 Uhr fertig sein.

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