Angestellter Lutz Andelewski (47) las im KURIER, dass Rentnerin Christa Dreßler in der Wigandstaler Straße ihr seit 40 Jahren prächtig blühendes Blumenbeet beseitigen muss. Begründung: „Sie wohnen in einer Wohnanlage, die keine individuelle Gestaltungsmöglichkeit der Außenanlage zulässt.“ Lutz Andelewski: „Auch wir wurden gezwungen, im Garten hinterm Mietshaus alle Pflanzen rauszureißen. Obwohl es Genehmigungen für die Bepflanzung aus Vorwendezeiten gibt.“ 1961 waren seine Eltern eingezogen, zusammen mit elf anderen Gärtnern, die alle im VEG Gartenbau arbeiteten. „Der gehörte auch das Haus“, sagt Andelewski. „Gemeinsam gestalteten die Mieter den Garten.“ Nun herrscht statt Freude Trauer. Andelewski schimpft: „Ganz schlimm, wie man uns behandelt hat, als wir um den Erhalt baten.“
Rainer Wild vom Mieterverein versteht das Vorgehen des Vermieters nicht: „Ohne wichtigen Grund wird man von Willkür ausgehen können. An vielen Hinterhöfen oder grundstücksbezogenen Grünflächen sieht man, mit wie viel Herzblut Mieter ihre Wohnumgebung mitgestalten wollen. Das trägt zur Identifikation bei, verhindert Verwahrlosung, ist für den Vermieter kostengünstig.“
Auch andere Vermieter wie die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) schütteln den Kopf. Sprecherin Steffi Pianka: „Wir fördern solches Engagement sogar, geben den Mietern Gutscheine für Pflanzen, suchen dafür nach noch mehr Höfen!“
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