Mail-Affäre

Warum handelte Czaja so spät?

Pewobe steht schon länger in der Kritik, jetzt gibt es Rassismus-Vorwürfe

Christian Gehrke
Lesezeit 2 Min
 Helmuth Penz (Mitte, sitzend) muss sich jetzt erklären. 

 Helmuth Penz (Mitte, sitzend) muss sich jetzt erklären. 

© Gerhard Lehrke

Die Diskussionen in den Eckkneipen sind wieder da: Wie viele Menschen aus Kriegsgebieten kommen nach Berlin, und wie geht es ihnen? Alles wegen einer Affäre. Etwa 55000 Flüchtlinge leben in der Hauptstadt, 15800 von ihnen kamen in diesem Jahr. 12000 werden es bis Jahresende zusätzlich sein. Im Vergleich zu 2015 gingen die Zahlen deutlich zurück. Der Unterkunft-Betreiber Pewobe steht schon länger in der Kritik: Mitarbeiter mussten sich wiederholt den Vorwurf anhören, rassistisch zu sein, es gab Streit mit Helfern, in einem Fall ging Pewobe vor Gericht.

In diesem Haus hat das Unternehmen PeWoGe Büroräume. 

In diesem Haus hat das Unternehmen PeWoGe Büroräume. 

© dpa

Zoff gab es u.a. wegen Klopapier und Spielräumen. Auch die Kosten für eine Einrichtung kamen ins Gerede. Die Mails, in denen jetzt über eine Guillotine für Kinder berichtet wird, brachten alles zum Überlaufen. Senator Czaja (CDU) kündigte die Verträge für alle neun Heime, nach einem neuen Träger wird noch gesucht. 

Kritiker behaupten, man hätte schon viel früher handeln sollen. Einstige Ermittlungen gegen Pewobe-Chef Helmuth Penz verliefen aber im Sande. Jener ist ein altbekannter Baulöwe in Berlin. In Interviews gibt er sich als „Demokrat“, sagt, der Inhalt der umstrittenen Mails sei aus dem Zusammenhang gerissen. Man werde gegen die Kündigung vorgehen. Die Verwaltung kommentiert das Verhalten von Penz nicht.

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