Peter und der Wolf

Auch Musik kann ein Zuhause sein

In der Komischen Oper lernen Willkommensklassen mit Orchestermusikern fürs Leben.

Stefanie Hildebrandt
Lesezeit 3 Min
Peter und der Wolf in der Komischen Oper in Berlin. Sophia Grabandt an der Violine und Katrin Vogel am Horn erklären ihre Instrumente.

Peter und der Wolf in der Komischen Oper in Berlin. Sophia Grabandt an der Violine und Katrin Vogel am Horn erklären ihre Instrumente.

© camcop media / Andreas Klug

Seit dem Herbst beschäftigen sich die Kinder in den beiden Willkommensklassen mit einem Kinderklassiker der westlichen Welt. Das musikalische Märchen „Peter und der Wolf“ von Sergej Prokofjew hilft ihnen beim Deutschlernen. Heute treffen sie zum ersten Mal die Musiker der Komischen Oper.

Zunächst sorgt aber der große Saal für offene Münder. In so einem prachtvollen Haus war Surena (9) noch nie. Er kommt dem Iran. „Wie bei einem König“, sagt er. Am 21. Februar, beim Konzert werden die Schüler mit der gesamten Schule hier „Peter und der Wolf“ genießen.

Mit Musik leichter zu lernen ist das Ziel des Projekts 

Bis dahin werden sie die Charaktere im Stück genauer kennenlernen. Besonders Peter hat es den Kindern angetan, weiß Musiktheaterpädagogin Sarah Görlitz. Sie kommt einmal in der Woche an die Schule und begeistert die Kinder für Musik.

Zur Aufführung von Peter und der Wolf: Willkommensklassen besuchen die Komische Oper. 

Zur Aufführung von Peter und der Wolf: Willkommensklassen besuchen die Komische Oper. 

© camcop media/Andreas Klug

In „Peter und der Wolf“ nimmt ein Kind das Heft in die Hand“, sagt Anne-Kathrin Ostrop, Musiktheaterpädagogin an der Komischen Oper.

Sie hat das Konzept für die Arbeit mit den Willkommensklassen erdacht, „Ein mutiges Kind, das am Ende Gefahr so auflöst, dass selbst der böse Wolf nicht getötet wird.“ Die Kinder zum Sprechen bringen, sie in verschiedene Rollen schlüpfen lassen, mit Musik leichter lernen, das ist das Ziel des Projekts. Und die Kinder sprechen, stellen Fragen.

Amanda (Mitte) bestaunt ein Fagott. So dicht dran darf man beim Konzert nicht.

Amanda (Mitte) bestaunt ein Fagott. So dicht dran darf man beim Konzert nicht.

© camcop media/Andreas Klug

Ob das Gold an der Decke echt sei, wollen sie wissen und ob der Kronleuchter nicht herabfallen kann. Als die Orchestermusiker im Foyer ihre Instrumente präsentieren, können sie zeigen, was sie schon gelernt haben. Wie heißt das Ding, mit dem die Violine gespielt wird?

Peter und der Wolf: Etwa 10.000 Menschen hat das Projekt erreicht 

Die Haare vom Pferd sind dran, weiß Amanda (9) aus Argentinien. Kleidi (7) aus Albanien meldet sich immer wieder, er habe zu Hause auch eine Gitarre, mit ein bisschen Üben will er bald ein Konzert spielen.

Giana (Mitte) aus Syrien weiß schon viel über die Instrumente.

Giana (Mitte) aus Syrien weiß schon viel über die Instrumente.

© camcop media/Andreas Klug

„Musik und Kunst sind der Kitt der Gesellschaft, wir müssen tun, was wir am besten können: Oper“, sagte Barrie Kosky vor vier Jahren zu seinen Mitarbeitern. Und dann fingen sie einfach an. Gingen mit der Kunst, die verbindet dahin, wo sie auf offene Ohren stießen oder öffneten verschlossene. Etwa 10.000 Menschen hat das Projekt seitdem erreicht und berührt.
 

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