Peter Meyer feiert 75.

Ein Puhdy auf den Spuren seiner Kindheit

Zum Geburtstag eine Reise in die Kindheit. Das Geschenk machte sich Puhdys-Keyboarder Peter „Eingehängt“ Meyer, der heute 75 Jahre alt wird.

KAI HORSTMANN
Lesezeit 3 Min

Zum Geburtstag eine Reise in die Kindheit. Das Geschenk machte sich Puhdys-Keyboarder Peter „Eingehängt“ Meyer, der heute 75 Jahre alt wird. Statt Party zu feiern, fuhr er mit Enkel Ludwig (8) und dem KURIER in das Dorf, wo er am 5. Januar 1940 zur Welt kam – nach Wildschütz (Sachsen-Anhalt).

Der Ort (530 Einwohner), in dem Meyer seine Kindheit verbrachte, gehört heute zur Stadt Teuchern. Einst lebten die Bewohner vom Bergbau. Auch sein Vater Alfred. Er reparierte Baggerschaufeln für den Kohleabbau. An die alten Zeiten erinnert nur noch ein Kohlekraftwerk, aus dessen Schornsteinen riesige Rauchwolken steigen. „Als ich hier noch wohnte, waren die Landschaft und die Luft durch die vielen Schlote völlig verdreckt – so wie in Bitterfeld“, sagt Meyer.

Im Dorf verfallen viele Häuser. Wie die einstige Schule, in der Meyer die ersten vier Schuljahre verbrachte. Selbst die Kirche wirkt marode. Dort verdiente Meyer als Junge sein erstes Geld, in dem er beim Gottesdienst Luft in die Orgel pumpte.

Peter Meyer in Wildschütz, dem Ort seiner Kindheit.

Peter Meyer in Wildschütz, dem Ort seiner Kindheit.

© Kai Horstmann Lizenz

Im Haus seiner Cousine übt Meyer mit seinem Enkel Ludwig (8) am Keyboard einen Puhdys-Song.

Im Haus seiner Cousine übt Meyer mit seinem Enkel Ludwig (8) am Keyboard einen Puhdys-Song.

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Peter Meyer am Grab seiner Eltern. 1958 verließ er das Dorf, ging nach Berlin. 1969 gründete er die Puhdys.

Peter Meyer am Grab seiner Eltern. 1958 verließ er das Dorf, ging nach Berlin. 1969 gründete er die Puhdys.

© Kai Horstmann Lizenz

Sein Geburtshaus ist noch gut im Schuss. Meyer zeigt auf das Backsteingebäude. „Im obersten Stock wurde ich geboren“, sagt er. Als Baby wurde er in einem tollen Gefährt durchs Dorf kutschiert. Denn Mama Else arbeitete in der Kinderwagen-Fabrik in Zeitz.

Auf dem Friedhof besucht Meyer das Grab seiner Eltern. „Sie haben mich sehr tolerant erzogen“, erinnert sich der Puhdy. „Mit acht Jahren bekam ich ein Akkordeon. Damit fuhr ich auf dem Fahrrad zum Unterricht ins Nachbardorf. Mit meinem Vater spielte ich im Spielmannszug Querflöte.“

Zum Schluss der Reise in die Kindheit besucht Meyer seine Cousine Annette Becher (71), die einzige Verwandte, die noch in Wildschütz wohnt. „Sie kocht und bäckt so toll“, schwärmt der Musiker. „Wenn ich in der Gegend bin, komme ich immer wieder vorbei. Als wir Puhdys noch zusammen in einem Auto zu Konzerten fuhren, haben wir wegen der guten Küche hier oft angehalten.“

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