Dieter Althaus, Günther Oettinger, Roland Koch, Christian Wulff, Jürgen Rüttgers und jetzt Ole von Beust. Alles Regierungschefs, alles CDU-Mitglieder, alle weg. Innerhalb von nur 318 Tagen.Rund um Angela Merkel sind die Domino Days ausgebrochen. Kaum ist Einer gefallen, kippt schon der Nächste...Abgewählt, geflohen vor der Verantwortung oder weggelobt - die CDU verliert einen profilierten Kopf nach dem Nächsten. Der Rücktritt von Hamburgs Bürgermeister von Beust ist nun der Höhepunkt. Die Debatte in der Partei tobt.Gestern Morgen in Berlin. Das CDU-Präsidium tagt. Der konservative Chef der Jungen Union, Philipp Mißfelder, kritisiert, dass immer mehr "gute Leute, die wir in der CDU dringend bräuchten", etwas anderes machen wollten als sich der Verantwortung in der Politik zu stellen. Mißfelder spricht aus, was auch viele andere führende Köpfe denken: Die Fliehkräfte in der Union nehmen zu.Und die nächsten Abgänge sind programmiert: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer hört im Frühjahr 2011 auf, und in Schleswig-Holstein ist damit zu rechnen, das Peter Harry Carstensen noch während der Legislaturperiode den Stab an seinen Kronprinzen Christian von Boetticher weitergibt. Heißt: Von den neun CDU-Regierungschefs aus dem letzten Sommer blieben nur noch Peter Müller (Saarland) und Stanislaw Tillich (Sachsen.) Und beide haben nicht mal ein Spitzenamt in der Partei...Die große Flucht. Der Innenpolitiker Wolfgang Bosbach spricht von einem "Erosionsprozess." Der Chef der partieinternen Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann, machte bereits Parteichefin Merkel selbst mitverantwortlich. Sie bräuchte den Mut, "Alternativen zu sich selbst zuzulassen." Aber: "Frau Merkel hat diesen Mut meines Erachtens leider nicht."Der sechste Abgang eines CDU-Länderfürsten in nur zehn Monaten. Grünen-Chefin Claudia Roth hat festgestellt: "Da ist so eine richtige bürgerliche Null-Bock-Generation entstanden."
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