Das zeigen aktuelle Prognosen des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB). Danach werden die Fahrgastzahlen auf allen Pendlerstrecken nach Berlin bis 2030 stark ansteigen – auf einer Route sogar auf fast das Doppelte.
Mehr als 81 Millionen Fahrten
„Ich kenne keine Region, in der das Wachstum im Regionalverkehr so groß ist“, sagte VBB-Chefin Susanne Henckel. 2001 wurden die Züge für fast 43 Millionen Fahrten genutzt, 2016 waren es mehr als 81 Millionen. Die neuen Berechnungen des Verkehrsverbunds belegen nun, dass das Wachstum in diesem rasanten Tempo weitergeht. Die Fachleute haben untersucht, wie die Fahrgastzahlen bis 2030 zunehmen.
Ein Rekordanstieg wird für ein Teilstück der Strecke von Berlin nach Cottbus erwartet: 95 Prozent. Auf der Strecke von Berlin nach Werneuchen (Barnim) sind es 48 , zwischen Berlin und Zossen (Teltow-Fläming) 47 Prozent, zwischen Berlin und Oranienburg bis zu 45 Prozent.
Ende 2022 geht es los
„Brandenburg hat lange geschlafen“, sagte ein Beobachter. Jetzt wacht man langsam auf. „Um die steigenden Pendlerzahlen zu bewältigen, wollen wir das Angebot erhöhen“, sagte Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD).
Das empfiehlt auch der VBB – etwa für die Strecken von Nauen und Fürstenwalde nach Berlin. Allerdings: Bis es Verbesserungen in großem Stil gibt, müssen Pendler noch warten – Ende 2022 geht es los, weil dann neue Verträge gelten.
Vier Fahrten pro Stunde
Jüngst stellte Schneider dar, was Pendler erwarten können. Beispiele: Auf der Regionalexpresslinie RE 1, die unter anderem Frankfurt (Oder) und Potsdam mit Berlin verbindet, sollen öfter Züge verkehren. Auch zwischen Bad Belzig und Berlin, wo der RE7 fährt, gibt es ebenfalls mehr Fahrten. Um den Betrieb auf der nicht minder stark genutzten Linie RE2 zu stabilisieren, enden die Züge aus Cottbus in Nauen. Heute fahren sie noch bis Wismar.
Dorthin soll eine neue Linie führen: die RE9 aus Elsterwerda nach Berlin. Das bedeutet gute Nachrichten für Pendler aus dem Havelland. Denn weil zwischen Berlin und Nauen weiterhin zwei Regionalbahnlinien verlaufen, wird es unterm Strich vier Fahrten pro Stunde geben– jedoch erst ab 2022.
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