Gerissen gewählt. Der Demo-Termin am Montag könnte nicht passender sein. Normalerweise geht um die Uhrzeit die Bürgerbewegung Marzahn-Hellersdorf am Blumberger Damm auf die Straße, um gegen die zunehmende Islamisierung und insbesondere gegen das geplante Containerdorf zu hetzen. Da laufen gerne auch mehr als 1000 Bürger hinter einer überwiegend rechten Mischpoke her. Doch die Bezirks-Querulanten sind noch in der Weihnachtspause. Ebenso die in Köpenick und Buch.
Da wird es sicherlich dem patriotischen Doktor gelingen, seinen abendlichen Zug zum Brandenburger Tor wenigstens halbwegs zu füllen. Bei einem Berliner „HoGeSa“-Ableger fiel ein Aufmarsch vor anderthalb Wochen mangels Masse ins Wasser. Karl Schmitts „Bärgida“ ist übrigens der einzige von der Orginal-„Pegida“ anerkannte Ableger.
„Abendspaziergang“ nennt er den ersten Marsch seines Vereins. Die Deutschtümler wollen sich gegen 18.30 Uhr hinter dem Roten Rathaus in der Klosterstraße treffen. Von dort aus geht es über Stralauer Straße, Molkenmarkt durch die Spandauer Straße.
Anschließend bewegt sich der Zug links hoch über die Karl-Liebknecht-Straße an Berliner Dom und Schloßplatz vorbei, die Straße Unter den Linden entlang zum Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor. 300 Teilnehmer hat Karl Schmitt für die „Bärgida“-Premiere angemeldet. Auf deren erst vier Tage alten Facebook-Seite finden sich bereits über 2000 Sympathisanten. Über 430 von denen wollen mit auf die Straße gehen. Eine besorgniserregende Entwicklung. Berlin könnte leicht das neue Dresden werden.
Karl Schmitt mischt schon lange in der rechten Politik-Szene mit. In der Partei „Die Freiheit“ war er neben René Stadtkewitz im Bundesvorstand. Auch bei „Pro Deutschland“ und „Die Rechte“ ist er kein Unbekannter. 2008 gründete er den Verein „Patrioten“, deren Veranstaltungen meist floppten. Dieser ist jetzt Anmelder des „Bärgida“-Marsches. Hinter „Patrioten“ steckt ein rechtes bis völkisch-nationalistisches Umfeld von Gruppen wie „German Defence League“, „Pro Deutschland“, „Die Freiheit“.
Ein breites Bündnis gegen Rassismus will sich dem „Bärgida“-Aufzug entgegenstellen. Dabei auch die Gewerkschaft Verdi Berlin. Die Jusos und die Partei „Die Linke“ unterstützen die Gegendemo. Die startet schon um um 17 Uhr in der Stralauer Straße / Ecke Jüdenstraße. Von dort aus ziehen die eher Linken parallel zum „Bärgida“-Lauf über Schloßplatz und Behrenstraße zur US-Botschaft Ecke Ebertstraße.
Natürlich ist auch die Berliner Polizei am Zug.
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