Paul-Drude-Institut evakuiert

Feuerwehr kämpft gegen Chlorgas am Hausvogteiplatz

In einem Labor ist am Montagmorgen Chlorgas ausgetreten.

Alexander Schmalz
Lesezeit 2 Min
Die Feuerwehr ist mit 38 Mann vor Ort.

Die Feuerwehr ist mit 38 Mann vor Ort.

© Olaf Wagner

Feuerwehr-Großeinsatz am Hausvogteiplatz! Über 40 Einsatzrkäfte versuchten Montagmorgen in einem Gebäude in der Innenstadt das Austreten von Chlorgas zu verhindern. Im Paul-Drude-Institut für Festkörperelektronik war gegen 10.40 Uhr das gefährliche Atemgift im 7. Obergeschoss ausgeströmt.

Laut einem Institutssprecher wurde das Gas unschädlich gemacht und niemand verletzt. „Messungen durch die Spezialisten der Feuerwehr haben uns bestätigt, dass die Abzüge funktioniert haben - es wurde kein Chlor nachgewiesen und so konnte nach Kontrolle aller Etagen schließlich Entwarnung gegeben werden“, sagte Sprecher Carsten Hucho am Montag. Bereits um die Mittagszeit sei der Betrieb im Institut weitergegangen.

Zuvor seien alle Etagen des Instituts evakuiert worden. Rund 100 Mitarbeiter mussten das Gebäude verlassen. Laut Hucho hatte ein Mitarbeiter in einem Speziallabor bemerkt, dass an einer Verbindungsleitung etwas Gas austrat. Er habe sofort nötige Vorkehrungen getroffen. Die Labore sind demnach für solche Notfälle gerüstet. Abzüge sorgen dafür, dass das Gas nicht entweichen kann.

Chlorgas ist ein Atemgift mit Ätz- und Reizwirkung. Es kann auf der Haut, in den Augen und den Atemwegen reizend bis ätzend wirken. Es ist selbst nicht brennbar, aber wirkt wie Sauerstoff brandfördernd. Bei Bränden odermöglicher Feuerentwicklung ist das Löschmittel deshalb auf den brennenden Stoff abzustimmen, heißt es.

Im Paul-Drude-Institut werden Grundlagenforschungen im Bereich der Physik, Ingenieurwissenschaften sowie der Werkstoffkunde und Elektronik betrieben. Das Institut ist aus dem „Zentralinstitut für Elektronenphysik" der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR hervorgegangen.

(mit dpa) 

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema