Bei den Unterlagen handelt es sich unter anderem um OP-Protokolle, die bis zum Jahr 1962 zurückreichen. Insgesamt betreffen sie nach Klinikangaben schätzungsweise 25.000 frühere Patienten. Die Dokumente sollen laut Angaben der Sprecherin nicht aus der Stasi-Klinik selbst stammen, sondern dort wohl erst nach der Wende hingebracht worden sein. Tatsächlich entstanden seien sie in der Orthopädie-Abteilung des Städtischen Klinikums Buch, die sich damals ebenfalls auf dem Gelände befand.
Klinik in Berlin-Buch: Beim Umzug sollen OP-Listen und Aktenordner vergessen worden sein
Der Helios-Konzern übernahm die Klinik 2001 - und damit auch die Unterlagen der Vorgängereinrichtung. Beim Umzug an einen anderen Standort 2007 sollen die Bücher mit OP-Listen und Aktenordner vergessen worden sein. Gefunden wurden sie Mitte Januar in einem Wandschrank, in dem „ansonsten Kabelversorgung und Haustechnik“ untergebracht waren, wie es hieß. Es handele sich nicht um Patientenakten mit komplett dokumentierten Krankheitsgeschichten, betonte die Klinik. Die Papiere seien nun im eigenen Archiv gesichert worden.
Der Vorfall ist Anlass dafür, dass die übrigen alten Gebäude auf dem leerstehenden Areal durchsucht werden sollen, um weitere derartige Pannen ganz sicher ausschließen zu können. „Da wird noch in jeden Kabelschacht geguckt“, sagte die Kliniksprecherin. Um potenziell betroffene Ex-Patienten zu informieren, habe man auf verschiedenen Kanälen auf den Fall hingewiesen - etwa mit Zeitungsanzeigen, auf der Webseite und in sozialen Medien.
Bei der Landesdatenschutzbeauftragten ist die Prüfung des Vorfalls laut einer Sprecherin abgeschlossen. Angesichts der öffentlichen Information des Klinikums und der Sicherstellung der Unterlagen gebe es keine weitere Veranlassung, tätig zu werden. Der Fund ging auf einen Hinweisgeber zurück. Zuerst hatten der „Berliner Kurier“ und die „Berliner Zeitung“ darüber berichtet.
Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf schweren Diebstahl
Bei der Berliner Polizei laufen derweil Ermittlungen wegen des Verdachts des schweren Diebstahls, wie eine Sprecherin sagte. Grund sind Einbruchspuren am Gebäude. Ob Dokumente fehlen, ist aber unklar.
Das Gelände ist seit langem beliebt bei Hobbyfotografen und Sprayern, die sich beim Aufsuchen verlassener Orte nicht von Zäunen, Alarmanlagen und Wachschutz abhalten lassen. Das ehemalige Klinikareal gehört heute dem Land Berlin und wird von der Landesgesellschaft BIM verwaltet. (dpa)
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung der Überschrift des Textes war zu lesen, bei den gefundenen Dokumenten handele es sich um Stasi-Akten. Dies trifft gemäß einer am 30. Januar 2019 durchgeführten Begutachtung der Stasi-Unterlagenbehörde nicht zu. Der Text wurde entsprechend korrigiert.
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