Unglück vor Ferieninsel

Fähre mit 267 Menschen vor Zypern gekentert – sieben Tote

Eine Überfahrt von Nordzypern in die Türkei wird zum Albtraum: Die Fähre kentert, Passagiere springen in Panik ins Meer.

Foto von Autor/Autorin: Stefan Doerr
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Gerettete des Fährunglücks wurden an Land gebracht.

Gerettete des Fährunglücks wurden an Land gebracht.

© Ali Ruhluel/Imago

Sekunden können auf See über Leben und Tod entscheiden. Vor der Küste Nordzyperns ist am Sonntag eine Fähre mit Hunderten Passagieren an Bord in schwere Seenot geraten. Mindestens sieben Menschen sind ums Leben gekommen. Die Rettungsarbeiten liefen auf Hochtouren.

Kurz nach dem Ablegen drang plötzlich Wasser in die Fähre

Die Fähre war gegen 12.30 Uhr Ortszeit von der Hafenstadt Kyrenia (Girne) in Richtung Türkei ausgelaufen, als kurz nach dem Ablegen Wasser in das Schiff eindrang. Ein Notruf wurde abgesetzt. Der Kapitän versuchte noch, in den Hafen von Kyrenia zurückzugelangen. Doch wenig später kenterte der Katamaran etwa zwei Kilometer vor der Küste. An Bord befanden sich nach Angaben der Behörden insgesamt 267 Menschen, darunter 259 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder.

Fernsehbilder des türkischen Senders CNN Türk zeigten dramatische Szenen: Passagiere in Rettungswesten harrten auf dem gekenterten Schiff oder in dessen unmittelbarer Nähe aus und warteten auf Hilfe. Über dem Unglücksort kreiste ein Rettungshubschrauber. Fischerboote steuerten auf die Fähre zu, um bei den Rettungsmaßnahmen zu helfen.

„Es gibt Tote“ unter den Passagieren, erklärte der Regierungschef von Nordzypern, Ünal Üstel, nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. 

Später hieß es von den Behörden, mindestens sieben Menschen seien bei dem schweren Unglück ums Leben gekommen. Die Einsatzkräfte suchten noch nach 23 Personen, sagte der türkisch-zyprische Präsident Tufan Erhürman dem Sender CNN Türk. 237 Passagiere seien gerettet worden.

Bilder vom Unglücksort auf der Ferieninsel Zypern machten schnell in sozialen Netzwerken die Runde. Darauf ist zu sehen, wie sich zahlreiche Menschen auf den umgedrehten Rumpf des Katamarans retten konnten. Boote der Küstenwache und mehrere zivile Schiffe eilten zur Unglücksstelle, um Überlebende aus dem Wasser zu ziehen. Die Zahl der Todesopfer und Verletzten sowie der endgültige Ausgang der Rettungsaktion waren am Sonntagnachmittag noch unklar.

Das Unglück ereignete sich in den Gewässern vor Nordzypern, dem türkisch kontrollierten Teil der Mittelmeerinsel. Zypern ist seit 1974 faktisch geteilt. Die 1983 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern wird international nur von der Türkei anerkannt.

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