Party-Drogen in Marzahn

Kampf den Schulhof-Dealern

Elfjährige sollen Pillen eingeworfen haben – Händler sind meist Klassenkameraden.

Lutz Schnedelbach
Lesezeit 2 Min
Das Geschäft läuft. Minderjährige zahlen bis zu 1,50 Euro. In Clubs sind sie doppelt so teuer.

Das Geschäft läuft. Minderjährige zahlen bis zu 1,50 Euro. In Clubs sind sie doppelt so teuer.

© imago/Ritzau Scanpix

Ecstasy kursiert seit einigen Monaten unter Grundschülern

Seit drei bis vier Monaten gibt es die Droge auch bei Kindern und Jugendlichen im Bezirk, sagt Stadtrat Lemm. Deshalb entschied er sich dazu, das Problem öffentlich anzusprechen. Der Stadtrat befürchtet, dass schon Elfjährige Kontakt mit den Pillen bekommen.

Zwei Fälle bei denen elfjährige Mädchen der Versuchung nicht widerstehen konnten, soll es bereits im Bezirk gegeben haben. Einzelheiten nannte Lemm allerdings nicht.

Mitschüler sollen die Drogen während der Pausen verkaufen

Eher Mädchen als Jungen interessieren sich für die bunten Drogen. Das wissen auch die Polizisten im Bezirk. Sie widersprechen dem Klischee, nach dem Fremde an den Schulzaun oder auf den Schulhof kommen und dort die Pillen verticken. Längst bringen Mitschüler die Drogen mit zum Unterricht und verkaufen sie unauffällig während den Pausen. „Der Händler auf dem Schulhof ist der Mitschüler“, sagt ein Drogenfahnder.

Schleuderpreise für Ecstasy

Während die Pillen in Schulen an Kinder für einen Euro und 1,50 Euro verkauft werden, müssen Jugendliche in Clubs bis zu 10 Euro für eine Tablette berappen.

Ectasy-Pille (Symbolbild)

Ectasy-Pille (Symbolbild)

© imago images/teutopress

Schulstadtrat: Keine Epidemie, sondern gehäufte Einzelfälle

Schulstadtrat Lemm setzt weiterhin auf die Aufklärung. „Auch unsere Sozialarbeiter sind diesbezüglich sensibilisiert worden“, sagt er. Sie sollen auch stärker darauf achten, ob es einen verstärkten Konsum dieser Drogen gibt, sagte er dem KURIER. Er rät den Eltern zuerst einmal nicht in Panik zu geraten. „Wir reden hier nicht von einer Epidemie, sondern von gehäuften Einzelfällen. “

Warnungen, wie: „Lass die Hände von den Drogen, denn die bringen Unglück“, prallen von den Kindern und Jugendlichen ab, weil sie erleben, dass Drogen zunächst mal kein Unglück bringen, sondern gute Laune, sagen Fahnder. Erst später kann der Traum zum Alptraum werden.

Fahnder haben Schulhof-Dealerei weiterhin im Blick

Der Polizei ist das Schulhofdealen nicht unbekannt. Wir werden weiterhin ein Auge darauf haben, so der Fahnder. Wenn es möglich ist, werden wir die Brennpunkte im Bezirk noch stärker kontrollieren.

Stadtrat Lemm rät besorgten Eltern, sich an die Suchtberatung Marzahn-Hellersdorf zu wenden. Sie befindet sich in der Allee der Kosmonauten 47 und ist unter der Telefonnummer 030/2902781 81 zu erreichen.  

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