Boxhagener Platz

Parkzone Party-Kiez: Nicht allen gefällt’s

Heute noch können Sie im Kneipenviertel rund um den Boxhagener Kiez gratis parken – wenn Sie einen Parkplatz finden. Doch ab Sonntag ist damit Schluss.

Jeannette Hix
Lesezeit 3 Min
Parkplatznot in der Grünberger Straße: Anwohner und Bezirk hoffen auf freie Plätze.

Parkplatznot in der Grünberger Straße: Anwohner und Bezirk hoffen auf freie Plätze.

© Sabine Gudath Lizenz

Der Bezirk führt links und rechts von der Warschauer Straße zwei Riesen-Parkraumbewirtschaftungszonen ein – die Parkautomaten stehen schon. Rund 9000 Parkplätze sind dann mit ab 1 Euro pro Stunde kostenpflichtig.
Die Zone 49 westlich von der Warschauer Straße erstreckt sich von der Frankfurter Allee im Norden bis zum S-Bahnhof Warschauer Straße im Süden. Von montags bis sonntags muss von 9 bis 22 Uhr 1 Euro gezahlt werden.

Engin Yildirim vom An- und Verkauf in der Grünberger Straße: „Die Bezahl-Parkplätze könnten Kunden abschrecken. Ich fürchte Verluste. Selbst beim Entladen zocken uns Kontrolleure ab.“

Engin Yildirim vom An- und Verkauf in der Grünberger Straße: „Die Bezahl-Parkplätze könnten Kunden abschrecken. Ich fürchte Verluste. Selbst beim Entladen zocken uns Kontrolleure ab.“

© Sabine Gudath Lizenz

Anwohner Sebastian Voß (26): „Als junger Vater bin ich auf das Auto angewiesen, suche jetzt bis zu 15 Minuten nach einem freien Platz. Ich hoffe, die Gebühr lässt Touris kürzer parken und bringt mir freie Plätze.“

Anwohner Sebastian Voß (26): „Als junger Vater bin ich auf das Auto angewiesen, suche jetzt bis zu 15 Minuten nach einem freien Platz. Ich hoffe, die Gebühr lässt Touris kürzer parken und bringt mir freie Plätze.“

© Sabine Gudath Lizenz

Anwohnerin Katrin Burmeister (45): „Ich habe mir für 20,40 Euro eine Vignette gekauft – die letzte Hoffnung, vor der Tür parken zu können. Sollte ich zahlen und nicht parken können, wäre ich sauer.“

Anwohnerin Katrin Burmeister (45): „Ich habe mir für 20,40 Euro eine Vignette gekauft – die letzte Hoffnung, vor der Tür parken zu können. Sollte ich zahlen und nicht parken können, wäre ich sauer.“

© Sabine Gudath Lizenz

Grillbar-Besucher Mike (20): „Wenn ich einen Euro fürs Parken zahlen soll, würde ich dafür das Trinkgeld weglassen – so gleicht sich das wieder aus. Leider sind Bezahl-Parkplätze üblich in der Stadt.“

Grillbar-Besucher Mike (20): „Wenn ich einen Euro fürs Parken zahlen soll, würde ich dafür das Trinkgeld weglassen – so gleicht sich das wieder aus. Leider sind Bezahl-Parkplätze üblich in der Stadt.“

© Sabine Gudath Lizenz

Edeltraud Sehnke vom gleichnamigen Blumenhaus: „Als Gewerbetreibende zahle ich 160 Euro Parkgebühr für drei Jahre. Fraglich, ob ich einen freien Platz bekomme. Ich sehe die Auflage skeptisch.“

Edeltraud Sehnke vom gleichnamigen Blumenhaus: „Als Gewerbetreibende zahle ich 160 Euro Parkgebühr für drei Jahre. Fraglich, ob ich einen freien Platz bekomme. Ich sehe die Auflage skeptisch.“

© Sabine Gudath Lizenz

Anwohner und Rentner Detlef Zöllner (59): „Wenn meine Tochter zu Besuch kommt, muss sie oft acht Straßen weiter parken, weil nichts frei ist. Ich hoffe, durch die Bezahl-Parkplätze ändert sich das.“

Anwohner und Rentner Detlef Zöllner (59): „Wenn meine Tochter zu Besuch kommt, muss sie oft acht Straßen weiter parken, weil nichts frei ist. Ich hoffe, durch die Bezahl-Parkplätze ändert sich das.“

© Sabine Gudath Lizenz

Die Zone 50 östlich der Warschauer Straße geht von der Frankfurter Allee bis zu den S-Bahngleisen hinter der Revaler Straße. Hier kosten die Parkplätze bis 18 Uhr 1 Euro, von 18 bis 24 Uhr sogar 2 Euro pro Stunde.
Während die Bezirksauflage Geschäftsinhabern sauer aufstößt, weil Bezahl-Parkplätze Kunden vergraulen könnten, hoffen Anwohner endlich einen Parkplatz zu ergattern.

In einer Info-Broschüre argumentiert der Bezirk für die Parkraumbewirtschaftung: „Untersuchungen aus vielen Städten zeigen, dass so die Parkplatznot abnimmt, weil Touristen kürzer parken oder – wie viele Berufspendler – auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.“

Fakt ist auch: Bezahl-Parkplätze bringen dem Bezirk Bares. Der Bezirk Mitte nahm mit seinen 26 000 Bezahl-Parkplätzen auf öffentlichem Straßenland 2013 über 8 Millionen Euro ein. Die 436 Parkplätze rund um die Otto-Braun-Straße kosten übrigens ab Sonntag statt bisher 1 Euro dann 2 Euro pro Stunde.

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