Moabit - Nach außen hui, nach innen pfui: So lief es wohl in der noblen "Paris Bar" jahrelang. Schwarzarbeit, doppelte Buchführung, den Fiskus betrogen. Knapp drei Millionen Euro, für die sich die Ex-Chefs Michael Würthle (67) und Reinhold Nohal (72) verantworten müssen.Die Feier-Laune ist ihnen längst vergangen. Sie haben die "Paris Bar" in der Kantstraße zum Wohnzimmer der Promis gemacht, ihr Lebenswerk aber 26 Jahre später in den Sand gesetzt (KURIER berichtete). Sie gestanden nun: "Die Hälfte lief schwarz."Es geht um die Jahre 2001 bis 2005. Während für die Schönen und Reichen fleißig Champagner aufs Haus ging, schlingerte die "Paris Bar" immer tiefer in die Miesen. Nohal: "Wir waren ja keine Betriebswirtschaftler." Ihre Geschäftspraktik: Möglichst viel am Fiskus vorbei.Das System hieß "Halbierung". Ein- und Verkauf wie auch Löhne liefen nur zum Teil durch die offiziellen Bücher. Kellner und Köche kriegten die Hälfte in bar - und ohne Abgaben. Insgesamt 50 000 Euro im Monat allein an Schwarzlöhnen wurden gezahlt!Fahnder glauben: Die Wirte sahnten satte Gewinne ab. Das Gegenteil stellte sich heraus. Nohal: "Es glänzte nur nach außen, das Schiff musste irgendwann sinken." 2005 dann die Insolvenz. Würthle ist heute nur noch kleiner Angestellter in der "Paris Bar": Hat den "Job an der Tür". Nohal hat eine kleine Rente. Jetzt droht Haft - bis zu fünf Jahre sind bei Steuerhinterziehung drin.------------------------------BU: Früher Chef der Paris Bar, heute Tür-steher: Michael Würthle.
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