Die große Harmonie herrscht momentan nicht beim Hauptstadtklub. Die Pressekonferenz zeigte es gestern deutlich. Nachdem Dardai bei der Generalprobe, bei dem müden Auftritt in Düsseldorf, die Peitsche herausholte („Kein Spieler war gut!“), ging er jetzt nachsichtiger mit der Mannschaft um. Zuckerbrot quasi, um den Druck von den Köpfen der Profis, den Hertha bei dem schweren Auftaktprogramm (nach Nürnberg folgen drei Heimspiele gegen Topteams: gegen Schalke. Hoffenheim und im Pokal gegen Bayern) hat, etwas zu nehmen.
„Ich bin mit den Jungs hochzufrieden. Im Training sind alle fleißig. Aber die Lauf und Zweikampfquoten in den letzten Spielen war nicht gut. Wir als Trainerteam wissen das. Und die Mannschaft weiß es auch. Damit sind sie selbst nicht zufrieden“, erklärt Dardai.
Dardai: "Ich bin mit den Jungs zufrieden!"
Dann wird er emotional, der dreifache Vater holt seinen Schutzinstinkt heraus: „Ich habe hier nicht einen komischen Typen, das hat der Manager gut zusammengestellt. Es gibt keinen Idioten bei uns. Das sind alles gute Fußballer, aber wir müssen uns finden.“
„Wir haben uns ein Ziel gesetzt, einstelliger Tabellenplatz. Wo stehen wir? Also. Wir sind alle happy und glücklich. Ich träume auch von Champions League, auch über Euro League. Das ist der Träumer Dardai. Dann gibt es den Dardai, der jeden Tag zum Training kommt und das realistisch einschätzen kann. 24 Punkte aus der Hinserie sind eine Riesensache – mit der Verletztenserie, die wir hatten. Unser Ziel sollte es sein, wie zu Beginn der Saison zu spielen. Das war aber das Maximum. Das wieder hinzubekommen, ist meine Aufgabe. Ich brauche keinen unnötigen Druck. Nach gutem Start in den letzten Jahren, wollten die Spieler noch mehr. Aber statt nach vorne, haben wir da zwei Schritte zurückgemacht.“
Als Dardai seine Sichtweise mit viel Engagement erklärte, saß Preetz neben ihm. Der Manager nickte nicht zustimmend. Nein, er schaute skeptisch aus, als er Dardais Worten lauschte.
Preetz: "Wir müssen lernen, im richtigen Moment zuzupacken!"
Der Manager wiederholt es seit Wochen und er sagte es auch gestern im Anschluss: „Ich habe gesagt, dass wir anders auftreten müssen. Das ist entscheidend. Wir haben zwei Gesichter gehabt in der Hinrunde. Wir haben ein strahlendes Gesicht gehabt. Und immer mal ein anderes. Wobei es nicht daran lag, dass wir nicht gut Fußball gespielt haben. Sondern daran, dass wir nicht bereit waren oder die Konzentration, der Fokus nicht total da waren.“
Der Manager ist auch der Meinung, dass Hertha Punkte liegen gelassen hat. Er sagt es so: „Wir hätten mehr erreichen können, als wir es getan haben. Ich will, dass wir lernen, in solchen Momenten zuzupacken.“
Da wären wir dann mal wieder bei der Pädagogik...
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