Papa 2014

Die große Krise zwischen Kind und Karriere

Väter wagen den Balance-Akt zwischen Beruf und mehr Familie – und stoßen dabei an die Grenzen ihrer Rolle.

VERONIQUE RÜSSAU und OLGA BOBILEVA
Lesezeit 3 Min
Wolfgang Haattig (38), Software-Entwickler aus Mitte, genießt den Luxus, das Papi-Problem ganz locker sehen zu können. Er sagt: „Wir haben noch das klassische Rollen-Verhältnis.“ Er geht arbeiten und seine Frau passt daheim auf den Sohn Emil (1) auf.

Wolfgang Haattig (38), Software-Entwickler aus Mitte, genießt den Luxus, das Papi-Problem ganz locker sehen zu können. Er sagt: „Wir haben noch das klassische Rollen-Verhältnis.“ Er geht arbeiten und seine Frau passt daheim auf den Sohn Emil (1) auf.

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Daniel Schlössinger (39), Krankenpfleger aus Mitte sorgt sich um die Zukunft: „David (5) geht noch in den Kindergarten. Wenn er in die Schule kommt, wird alles schwieriger. Denn wer soll ihn dann in den Ferien betreuen?“

Daniel Schlössinger (39), Krankenpfleger aus Mitte sorgt sich um die Zukunft: „David (5) geht noch in den Kindergarten. Wenn er in die Schule kommt, wird alles schwieriger. Denn wer soll ihn dann in den Ferien betreuen?“

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Micha F. (34),Projektmanager aus Prenzlauer Berg plagen finanzielle Nöte. Er sagt: „Meine Ehefrau und ich sind derzeit nur zu 80 Prozent berufstätig. Das führt zu Geld-Einbußen für meine Familie. Dabei haben wir studiert.“

Micha F. (34),Projektmanager aus Prenzlauer Berg plagen finanzielle Nöte. Er sagt: „Meine Ehefrau und ich sind derzeit nur zu 80 Prozent berufstätig. Das führt zu Geld-Einbußen für meine Familie. Dabei haben wir studiert.“

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Andreas M. (32), IT-Experte aus Mitte, hat keinen Grund sich zu beklagen. Im Gegenteil: „Ich arbeite abends, meine Frau tagsüber. Sie verdient ganz gut. Deswegen können wir Kind und Karriere prima unter einen Hut bringen.“

Andreas M. (32), IT-Experte aus Mitte, hat keinen Grund sich zu beklagen. Im Gegenteil: „Ich arbeite abends, meine Frau tagsüber. Sie verdient ganz gut. Deswegen können wir Kind und Karriere prima unter einen Hut bringen.“

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Mike Saß (32), Zeitungs-Zusteller aus Mitte, findet nur wenig Zeit, mit seiner kleinen Tochter zu spielen. Schuld sind seine Arbeitszeiten im Job. Er sagt: „Ich arbeite nachts, muss daher tagsüber schlafen und mich ausruhen.

Mike Saß (32), Zeitungs-Zusteller aus Mitte, findet nur wenig Zeit, mit seiner kleinen Tochter zu spielen. Schuld sind seine Arbeitszeiten im Job. Er sagt: „Ich arbeite nachts, muss daher tagsüber schlafen und mich ausruhen.

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Andreas Haase (41), Vertriebsleiter aus Mitte, betrachtet die Diskrepanz zwischen Kind und Karriere ganz nüchtern. Er sagt: „Man kann sich doch nur zwischen Arbeit oder Zuhause bleiben entscheiden. Eine Halbtagsstelle zu finden, ist fast unmöglich.“

Andreas Haase (41), Vertriebsleiter aus Mitte, betrachtet die Diskrepanz zwischen Kind und Karriere ganz nüchtern. Er sagt: „Man kann sich doch nur zwischen Arbeit oder Zuhause bleiben entscheiden. Eine Halbtagsstelle zu finden, ist fast unmöglich.“

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Zwischen Ernährer und Schmuse-Papa: Deutsche Männer versuchen im Jahr 2014 den Balance-Akt. Fast jeder (95 Prozent) ist heutzutage bei der Geburt seines Kindes dabei gewesen, mehr als die Hälfte führt seither ein glücklicheres, erfüllteres Leben. Sie stehen nachts auf, wenn das Kind schreit, toben und schmusen viel mit dem Nachwuchs – das behauptet jeder zweite Papa.

Was zeichnet denn einen guten Vater aus? Für acht von zehn Vätern ist klar: Er muss so viel Zeit wie möglich mit seinem Kind verbringen. Aber gleichzeitig meinen 61 Prozent: Der gute Vater muss durch sein Einkommen für die Familie sorgen. Deshalb ist viel Arbeit unerlässlich, neun von zehn Männern arbeiten immer noch in Vollzeit. Stolzen 64 Prozent ist die 40-Stunden-Woche am liebsten.

Ein Widerspruch? Nein, sagt der Soziologe Thomas Gesterkamp. Denn das Geldverdienen sei ja gerade für die Familie gedacht. „Sie versuchen, das Beste daraus zu machen“, meint der Experte.

Erstaunlich: Auch 25 Jahre nach der Wende gibt es immer noch ein großes Ost-West-Gefälle in der Auslegung der Vaterrolle. Ost-Männer helfen deutlich mehr im Haushalt als ihre Geschlechtsgenossen im Westen. In den neuen Bundesländern sagen fast dreimal so viele Väter, dass sie einen großen Teil der Hausarbeit erledigen – auch wenn hier bloß 14 Prozent gegen fünf Prozent antreten.

Immerhin ist es für 66 Prozent der Ost-Väter normal, dass ihre Partnerin mindestens 30 Stunden pro Woche arbeitet. Im Westen ist das jedoch nur bei 26 Prozent der Fall. Deshalb sind in den östlichen Bundesländern auch eher beide Elternteile gleichermaßen für die finanzielle Versorgung der Familie zuständig (Ost: 39 Prozent, West 17 Prozent).

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